2018 M12 18 - 21:30 Uhr

Erkältungsmittel heilen nicht, sie lindern nur

Drei Tage kommt sie, drei Tage bleibt sie, drei Tage geht sie: die gemeine Erkältung. Keiner will sie, aber erwischen kann sie jeden. Immerhin stehen der Natur 200 Viren zur Verfügung, mit denen wir uns anstecken können. Und spätestens, wenn kleine Kinder im Haushalt sind, helfen Handhygiene und Desinfektionstücher auch nichts mehr. Also greifen wir zu Medikamenten, die zumindest die Symptome lindern - denn heilen können sie nicht. Das betont Stiftung Warentest in ihrer neuen Ausgabe. Den Infekt selbst muss unser Immunsystem in den Griff kriegen.

Kombipräparate belasten den Körper unnötig

Viele Deutsche greifen im Falle von Gliederschmerzen, Kratzhusten und Schniefnase gerne zu sogenannten Kombi-Präparaten. Aber Stiftung Warentest rät in ihrer neuesten Ausgabe abermals von dieser Erkältungsmitteln ab. Das Arzneimittel-Expertenteam rund um Pharmazeut Professor Dr. Gerd Glaeske von der Universität Bremen hat hunderte Mittel gesichtet und jedes bewertet. Glaeskes Resümee: "Behandeln Sie Symptome individuell, verzichten Sie auf Kombipräparate mit mehreren Wirkstoffen." Der Grund: Wirkstoffcocktails belasten den Körper unnötig, die Kombipräparate seien nicht sinnvoll zusammengesetzt. Sie können müde machen oder sogar zu Herzrasen führen.

Diese Präparate helfen und sind günstig

Bei Halsschmerzen sind zum Beispiel Emser Pastillen sinnvoll, die gibt es für 4,15 € für 30 Lutschpastillen. Bei stärkeren Schmerzen könne zu Tabletten mit Lidokain oder Ambroxol gegriffen werden. 6,90 bis 9,97 € müssen dafür gezahlt werden. Die Stiftung empfiehlt letztere allerdings nur eingeschränkt, da die Wirksamkeit noch nicht ausreichend belegt sei.

Bei Schnupfen sind die Wirkstoffe Xylometazolin und Oyxmetazolin empfohlen. Das günstigste Nasenspray ist Sine AL von Aliud Pharma. Mit 3,86 € ist es fast 3 € günstiger als Nasivin - vergleichen lohnt sich! Auch Salzlösungen reinigen und befeuchten die Schleimhäute. Die können Sie sich mit Kochsalz auch selbst herstellen und per Nasendusche anwenden: 9 Gramm Salz auf einen Liter abgekochtes Wasser reichen aus.

Diese Medikamente helfen bei Schmerzen, Fieber und Husten

ILLUSTRATION - Erkältungsmittel wie Nasenspray, Halstabletten und Papiertaschentücher liegen am 21.02.2012 auf einem Tisch in einem Büro in Dresden (Sachsen). Mehr als 200 Menschen sind in Sachsen-Anhalt an Grippe erkrankt. Bis Anfang dieser Woche se
Die Nase juckt und tropft, der Hals kratzt - ganz schön nervig. Gute Medikamente lindern die Symptome und steigern das Wohlbefinden wieder!
© dpa, Arno Burgi

Bei Schmerz und Fieber helfen die Wirkstoffe Ibuprofen, Paracetamol und Azetylsalizylsäure. Für 0,94 € ist hier Paracetamol 500 1A Pharma preislich die erste Wahl. Zum Vergleich: Aspirin plus C Forte schlägt hier mit satten 7,94 € zu Buche. Aber Vitamin-C-Zusätze bringen laut Stiftung Warentest nichts.

Bei Husten wird zwischen Hustenstillern und Schleimlösern unterschieden. Hustenstiller mit Dextromethorphan sind laut Warentest geeignet, Hustenreiz zu lindern. Hier liegt der Hustenstiller von Ratiopharm mit 5,40 € für 10 Kapseln vorne. Bei Spitzwegerich-Produkten sei noch nicht abschließend belegt, dass sie ausreichend wirken.

Auch bei Hustenlösern gibt es laut Warentest noch kein rundum geeignetes Mittel. Unterstützend sind Mittel mit Azetylzystein und Ambroxol. Mit 2,55 € sind hier preislich Ambroxol-Produkte die erste Wahl. Hustenlöser mit Efeu und Thymian sind im Vergleich wesentlich teurer und laut Warentest auch nur mit Einschränkung geeignet.

Egal für welche Therapie Sie sich entscheiden - wir wünschen Ihnen auf jeden Fall,dass Sie schnell wieder gesund werden!