2018 M05 21 - 12:34 Uhr

Was tun, wenn Briefe nicht ankommen?

Ein verschwundenes Einschreiben, ein beschädigtes Paket oder einfach Briefe, die tagelang unterwegs sind: Viele kennen die Probleme mit der Post, wissen aber nicht, wie sie sich wehren können. Die Stiftung Warentest berichtet von besonders ärgerlichen Erlebnissen ihrer Leser und erklärt, was Sie im Streitfall unternehmen können.

… und plötzlich war der Reisepass weg

Per Einschreiben hatte Dorothee Lennert ihren Pass an ein Reisebüro geschickt, damit die Angestellten ein Visum für die Iran-Reise der Dame beantragen können. Doch der Pass kam auch nach mehreren Tagen nicht an, berichtet die Stiftung Warentest. Zwei Nachforschungsaufträge brachten kein Ergebnis. "Um festzustellen, dass der Reisepass tatsächlich verloren gegangen ist, brauchte die Deutsche Post mehr als vier Wochen", ärgert sich Dorothee Lennert.

Nach längeren Diskussionen einigten sich beide Seiten darauf, dass die Deutsche Post AG ihr die Gebühren für einen neuen Reisepass und Portokosten erstattet. Glücklicherweise besitzt Dorothee Lennert als Vielreisende zwei Pässe und konnte trotz des Ärgers in den Iran reisen. Aus dem Schaden wurde sie aber klug und verschickte ihren Reservepass als "versichertes Wertpaket". Kosten: 12,50 Euro Versicherungsgebühr; die Post haftet bei Verlust und Beschädigung bis zu 500 Euro (Einschreiben: nur 25 Euro).

Weitere Leser berichten von Fällen, in denen Geldgeschenke verloren gingen oder wichtige Schreiben einfach im Hausflur abgelegt wurden. Für "ein absolutes No-Go" hält ein Leser die Tatsache, dass bei ihm die Pin für seine Kreditkarte am selben Tag eintraf wie die Karte selbst. Denn aus Sicherheitsgründen verschicken Banken beides getrennt und an verschiedenen Tagen. Kein Wunder, dass Diebe in solchen Fällen leichtes Spiel haben.

Was Sie bei Problemen mit der Post unternehmen können

Normale Briefe sind nicht versichert.
Was viele nicht wissen: Gewöhnliche Briefe sind nicht versichert.
© picture-alliance/ dpa, Oliver Berg

Grundsätzlich gilt: Normale Postsendungen sind nicht versichert, sondern nur solche, bei denen der Kunde für Zusatzleistungen bezahlt. Es gibt keine Lieferfrist, und bei gewöhnlichen Briefen lässt sich auch nicht nachverfolgen, wohin sie verschwunden sind. Man kann sich in Streitfällen aber an die Bundesnetzagentur wenden, die Verbraucher bei Problemen mit Postanbietern unterstützt. Über 6.000 schriftliche Beschwerden sind dort 2017 eingegangen, mehr als 50 Prozent mehr als im Vorjahr.

  • Verschicken Sie wichtige Inhalte per Einschreiben oder Wertpaket. Wählen Sie "Einschreiben eigenhändig: So gehen Sie sicher, dass der Empfänger die Sendung erhält. Machen Sie ein Foto vom Inhalt.
  • Geht ein Einschreiben verloren, stellen Sie einen Nachforschungsantrag.
  • Bei Reklamationen wenden Sie sich an die Hotline des jeweiligen Postdienstleisters (Deutsche Post AG: 0228 / 4 33 31 12, wochentags 8 bis 18 Uhr).
  • Melden Sie der Bundesnetzagentur, wenn Sie mit Postdienstleistungen unzufrieden sind.
  • In schweren Streitfällen hilft die Schlichtungsstelle Post der Bundesnetzagentur (E-Mail schlichtungsstelle-post@bnetza.de). Allerdings sind Postdienstleister nicht verpflichtet, an einer Schlichtung teilzunehmen.

Übrigens: Wenn Sie tagelang keine Post bekommen oder Ihre Briefe zum Empfänger ungewöhnlich lange brauchen, haben Sie wenig Chancen. Denn: Der Absender geht einen Vertrag mit dem Postdienstleister ein, der Empfänger jedoch nicht. Treffen wichtige Dokumente zu spät beim Empfänger ein, müssen Sie nachweisen, dass zum Beispiel ein Postkasten unregelmäßig geleert wird.