Stierkampfschulen in Spanien: Hier üben Nachwuchs-Toreros den Todesstoß

Ab 14 Jahren ist das Töten in der Arena erlaubt - dafür trainieren schon Kinder

Daniel ist erst zehn - und trotzdem übt er schon in einer spanischen Stierkampfschule, wie er als Torero in der Arena einem Stier den Todesstoß versetzen kann.

In der größten Stierkampfschule in Madrid trainieren 50 Kinder und Jugendliche für ihren großen Traum: Torero werden. Der Jüngste ist gerade mal neun Jahre alt - er wird noch fünf Jahre warten müssen, bis er das erste Mal einen Stier töten wird, so will es das Gesetz.

Der 15-jährige Juan hat diesen Moment schon hinter sich. 15 Stiere hat er inzwischen erlegt und ihnen Schwanz und Ohren als Trophäen abgeschnitten. "Ich glaube nicht, dass der Stier leidet, sagt er. Wenn man zum Beispiel einen Hund tritt, rennt der weg. Der Bulle aber greift immer wieder den Torero an. Das zeigt doch, dass es ihm gefällt."

Stadtregierung von Madrid will Torero-Schulen den Todesstoß versetzen

Das sehen Tierschützer ganz anders: Sie kritisieren die Tradition scharf und fordern, endlich die Stierkämpfe zu beenden. "Es ist bewiesen, dass die Tiere bei dem Spektakel leiden. Sie geben dem Bullen stimulierende Mittel, damit er überhaupt die Arena betritt. Er ist von Natur aus nicht aggressiv", erklärt der Politiker Sergio García Torres.

Immer wieder kommt es bei Stierkämpfen zu dramatischen Unfällen. So hat erst vor wenigen Tagen ein Stier den Torero getötet, indem er ihm ein Horn direkt ins Herz stieß. Auch das Tier wurde daraufhin getötet - genauso wie seine gesamte Blutlinie. So will es die Tradition.

Um dieser Grausamkeit ein Ende zu setzen, hat die linke Stadtregierung von Madrid die finanzielle Förderung von Stierkampfschulen eingestellt. So will sie der langjährigen Tradition des Tötens in der Stierkampf-Arena den Todesstoß versetzen.