Stierkampf ohne Blut: Neues Balearen-Gesetz verbietet den Todesstoß

25. Juli 2017 - 10:23 Uhr

Bullen müssen nur noch zehn Minuten in die Arena

Auf Mallorca wird es ab sofort keine blutigen Stierkämpfe mehr geben. Das Parlament der Balearen verabschiedete ein Gesetz, wonach die Tiere während der Corrida von den Toreros weder verletzt noch getötet werden dürfen.

Änderungen auch bei der Stierhatz

Ein Stier wird am 13.07.2017 in Pamplona (Spanien) durch die Gassen der Innenstadt getrieben. Bis kommenden Freitag werden täglich am frühen Vormittag jeweils sechs zum Teil über 600 Kilogramm schwere Kampfbullen und auch mehrere Leitochsen von Hunde
Die Stiere dürfen auch nicht mehr am Seil durch die Gassen gehetzt werden.
© dpa, Alvaro Barrientos, EM wie

Und es gibt noch weitere Neuerungen: So dürfen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren überhaupt nicht mehr zuschauen, der Verkauf von Alkohol wird verboten und jeder Stier muss nicht länger als zehn Minuten in die Arena.

Auch das berühmte Stiertreiben von Fornalutx, das seit 1882 alljährlich abgehalten wird, dürfe nicht mehr in seiner bisherigen Form durchgeführt werden, berichtete die spanische Nachrichtenagentur 'Europa Press'. Demnach wurde es zur Auflage gemacht, dass der Stier nicht mehr an ein Seil gebunden durch die engen Gassen der Tramuntana-Gemeinde gehetzt wird, sondern auf einem Gelände frei laufen darf. Beim letzten Stierlauf von Fornalutx hatten Tierschützer bereits versucht, die Veranstaltung zu blockieren.

Verstößt die neue Regelung gegen spanisches Gesetz?

ARCHIV - Der spanische Stierkämpfer (Matador) Alejandro Talavante kämpft am 24.05.2017 in Madrid, Spanien, in der Las Ventas Stierkampfarena gegen einen Bullen der Nunez del Cubillo Ranch. (zu dpa "Stierkampf ohne Blut - Neues Balearen-Gesetz schützt
Der spanische Stierkämpfer Alejandro Talavante kämpft in der Las Ventas Stierkampfarena gegen einen Bullen - ein spanisches Gesetz schützt die Corrida als "immaterielles Kulturgut".
© dpa, Daniel Ochoa De Olza, DO hjb sab

Für das Gesetz stimmten die Sozialisten der PSIB, die linksökologische Regionalpartei Més und die Linkspartei Podemos. Dagegen votierte die Opposition, allen voran die konservative Volkspartei (PP), der auch Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy angehört. Die PP hatte im Vorfeld gewarnt, dass die neue Regelung gegen ein spanisches Gesetz verstoße, das die Corrida seit 2013 als "immaterielles Kulturgut" definiert.