Bericht: "Unkonkrete Angaben" aufgefallen

Steuerhinterziehung: Offenbar neue Ermittlungen gegen den DFB

Steuerhinterziehung: Offenbar neue Ermittlungen gegen den DFB
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14. Januar 2021 - 16:15 Uhr

Holpriger Start in 2021 beim DFB

Neuer Ärger für den DFB: Nach der Steuer-Razzia im Oktober 2020 wird offenbar schon wieder gegen den Deutschen Fußballbund ermittelt. Auch dieses Mal geht es um Steuerhinterziehung, wie ZDF und SZ berichten.

DFB soll "unkorrekte Angaben" in Steuererklärungen gemacht haben

"Es gibt ein neues Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Abgabe unrichtiger Steuererklärungen und Steueranmeldungen wegen erhaltener Sachzuwendungen", sagte die Frankfurter Staatsanwältin Anna Elisabeth Krause-Ablaß dem ZDF. Konkret soll es um "unkorrekte Angaben" in Lohnsteuer-Anmeldungen sowie in Körperschafts- und Gewerbesteuererklärungen von 2015 bis November 2020 gehen.

200 Beamte durchsuchten im Oktober die Räumlichkeiten des DFB

Bereits nach er Razzia im Oktober soll der DFB den Finanzbehörden 3,3 Millionen Euro überwiesen haben, berichtet der Sender weiter. Seit der Steuerrazzia läuft bereits ein Ermittlungsverfahren gegen den DFB. Auf Anordnung der Frankfurter Staatsanwaltschaft waren am 7. Oktober die Geschäftsräume des DFB sowie Privatwohnungen von mehreren Funktionären durchsucht worden. Der Vorwurf: Steuerhinterziehung in besonders schweren Fällen. Rund 200 Beamte waren im Einsatz. Im Kern geht es um die Besteuerung der Einnahmen aus der Bandenwerbung bei Heimspielen der Nationalmannschaft in den Jahren 2014 und 2015. Die Staatsanwaltschaft wirft sechs namentlich nicht genannten Verantwortlichen vor, diese bewusst falsch deklariert zu haben.

DFB könnte Gemeinnützigkeit aberkannt werden

Das ZDF berichtet weiter, dass dem DFB mit dem zweiten Ermittlungsverfahren nun der Verlust der Gemeinnützigkeit drohe. "Wenn sich der Tatverdacht der Steuerhinterziehung durch falsche steuerliche Behandlung der Einnahmen aus der Bandenwerbung verifiziert, kann dem DFB für die betreffenden Jahre die Gemeinnützigkeit aberkannt werden", sagte Staatsanwältin Krause-Ablaß dem Sender.

Der DFB hat derzeit allerdings nicht nur mit Problemen von Außen, sondern auch mit sich selbst zu kämpfen. Zwischen Präsident Fritz Keller und Generalsekretär Friedrich Curtius tobt ein Machtkampf – offenbar droht bei der nächsten Präsidiumssitzung ein Showdown.