Steuer-ID für Freistellungsauftrag: Ab 1. Januar 2016 Pflicht!

Ihr Geldinstitut benötigt für einen gültigen Freistellungsauftrag die Steuer-ID.
Ihr Geldinstitut benötigt für einen gültigen Freistellungsauftrag die Steuer-ID.
© imago/Christian Ohde, imago stock&people

08. Dezember 2015 - 14:35 Uhr

Wer bis Ende 2015 Steuer-ID nicht hinterlegt, muss Steuern zahlen

Jetzt aber schnell! Bis zum Jahresende müssen alle Sparer und Anleger ihren Banken und Sparkassen die persönliche Identifikationsnummer (Steuer-ID) melden. Problem: Passiert das nicht, werden ältere Freistellungsaufträge gelöscht und ungültig. Und ohne Freistellungsaufträge werden auf Kapitalerträge ab dem ersten Cent Steuern fällig.

Moment: Was sind denn Freistellungsaufträge? Die meisten Bankkunden dürften mit dem Begriff kaum etwas anfangen können. Der Freistellungsauftrag ist der Vordruck, den man in der Regel unterschreibt, ohne das Kleingedruckte zu lesen. Ausgehändigt oder verschickt von der Bank gibt es mit einem unterschriebenen Freistellungsauftrag einen Pauschalbetrag für Sparer auf Kapitalerträge wie Zinsen, der nicht versteuert wird. Das Finanzamt darf dann erst ab einer bestimmten Höhe Steuern erheben. Für Alleinstehende liegt die Grenze bei 801 Euro und für Ehepaare und eingetragene Lebenspartner bei 1602 Euro.

Ist der Freistellungsauftrag ungültig, werden von der Bank automatisch 25 Prozent Abgeltungssteuer an das Finanzamt abgeführt. Außerdem werden noch 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag fällig und Kirchensteuer.

Persönliche Identifikationsnummer besteht aus elf Ziffern und ist ein Leben lang gültig

Wer nach dem 1. Januar 2011 einen Freistellungsauftrag erteilt hat, ist eigentlich auf der sicheren Seite und muss nicht tätig werden. Denn seit diesem Stichtag müssen bei Freistellungsaufträgen die Steuer-IDs angegeben werden. Ältere Freistellungsaufträge waren bislang auch ohne Steuer-ID gültig, die Frist läuft aber Ende 2015 ab. Betroffen sind also Bankkunden, die bis Ende 2010 ihrem Geldinstitut einen unbefristeten Freistellungsauftrag erteilt haben. Wer sich nicht durch seine Akten wühlen möchte, sollte also bei der Bank nachfragen.

Die persönliche Identifikationsnummer hat jeder Bürger vom Finanzamt zugeteilt bekommen. Sie besteht aus elf Ziffern und ist ein Leben lang gültig. Auch Kinder besitzen bereits eine eigene Steuer-ID. Kann man das Schreiben vom Finanzamt mit der persönlichen Identifikationsnummer in den Unterlagen nicht finden, besteht noch kein Grund zur Panik. Die Steuer-ID befindet sich auf jeder Lohnabrechnung oder der letzten Steuererklärung. Man kann sich die Steuer-ID auch jederzeit vom Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) zuschicken lassen, erreichbar unter der Hotline 0228/4061240.

Wer es bis zum Jahreswechsel nicht schafft, die Steuer-ID der Bank zu melden, muss nicht zwingend finanziellen Nachteile befürchten. Es wird dann aber umständlich: Zuviel gezahlte Steuern können bei der Einkommenssteuererklärung erst über die Anlage KAP zurückgeholt werden. Dann doch lieber bis zum Jahresende darum kümmern.