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Stetten am kalten Markt: Vorschulkinder sollen beim ‚Tag der Bundeswehr‘ mit echten Waffen gespielt haben

Stetten am kalten Markt: Vorschulkinder sollen beim ‚Tag der Bundeswehr‘ mit echten Waffen gespielt haben

Kind spielt mit einer Bundeswehr-Waffe
Die Kinder sollen unter anderem mit dem Bundeswehr-Sturmgewehr G36 gespielt haben

Verstoß gegen die Vorschriften

Kinder, die mit echten Waffen spielen. Das hat es offenbar auf dem ‚Tag der Bundeswehr‘ im baden-württembergischen Stetten am kalten Markt gegeben, wie Fotos der Deutschen Friedensgesellschaft beweisen sollen.

Zwar seien die Waffen wohl ungeladen gewesen, rechtens war die Aktion aber offenbar nicht. "Sollte sich das bewahrheiten, wäre es ein eindeutiger Verstoß gegen bestehende Vorschriften der Bundeswehr", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin. Denn nach Dienstvorschrift der Bundewehr ist Kindern und Jugendlichen unter 18 der Zugang zu Waffen und Munition nicht erlaubt.

Derzeit laufen beim Bund die Ermittlungen zu dem Fall. Möglicherweise müssen die beteiligten Soldaten mit Disziplinarmaßnahmen rechnen. Die Bilder der Deutschen Friedensgesellschaft zeigen kleine Kinder, die unter anderem mit dem Sturmgewehr G36 oder einer P8-Pistole spielen. Einige von ihnen zielen dabei auf Menschen. "Es ist erschreckend, dass zur Nachwuchswerbung selbst die eigenen Richtlinien außer Acht gelassen werden“, so Roland Blach von der ‚Deutschen Friedensgesellschaft‘.

Bundeswehr weist Vorwürfe zurück

Kind spielt mit Bundeswehr-Waffe
Einige Kinder zielten mit den Waffen auf Menschen

Die Bundeswehr am Standort Stetten am kalten Markt im Kreis Sigmaringen wies die Vorwürfe zurück, ungeladene Handwaffen in die Hände von Kindern gegeben zu haben. "Dagegen verwahre ich mich“, sagte am Dienstag der Standortälteste Hansjörg Friedrich. "Kein einziger Soldat hat einem Minderjährigen Waffen in die Hand gegeben.“ Es seien Erwachsene gewesen, die die Waffen an Kinder weitergereicht hätten. Soldaten sollen ihnen die Waffen jedoch umgehend wieder abgenommen haben.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat in der Zwischenzeit bereits Konsequenzen aus dem Fall gezogen. "Um so etwas in Zukunft von vornherein auszuschließen, habe ich entschieden, dass auf künftigen Tagen der Bundeswehr keine Handwaffen zum Anfassen mehr präsentiert werden“, so die Ministerin.