Stetig weniger Arbeitsschutz-Kontrollen in Betrieben

Jutta Krellmann (Die Linke) spricht im Bundestag. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
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04. Mai 2020 - 5:30 Uhr

Die Zahl der Arbeitsschutz-Kontrollen in Sachsen-Anhalt ist weiter gesunken. Im Jahr 2018 wurden knapp 5900 Betriebsbesichtigungen gemacht, nachdem es 2017 noch gut 6400 gewesen waren - und 2008 mehr als 15.000. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Der Abstand bis zu einer erneuten Kontrolle eines Betriebs verlängerte sich demnach in Sachsen-Anhalt im Schnitt auf 20,4 Jahre, 2017 hatte der Schnitt noch bei 18,6 Jahren gelegen. 2008 waren es knapp 8 Jahre gewesen. Sachsen-Anhalt lag 2018 aber deutlich unter dem bundesweiten Wert von 25 Jahren.

Beim Abstand bis zu einer erneuten Kontrolle gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Ländern. Deutlich am kürzesten ist der Takt nach den jüngsten Daten für 2018 in Mecklenburg-Vorpommern mit im Schnitt 5,5 Jahren. Am längsten ist dagegen der Abstand bis zum nächsten Kontrollbesuch im Saarland mit zuletzt durchschnittlich 47 Jahren.

Bundesweit machten die zuständigen Länderbehörden den Angaben zufolge 167.000 Betriebsbesichtigungen, 2017 waren es noch knapp 183.000 gewesen. In fast allen Ländern ging die Zahl der Kontrollen von Standards zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz zurück.

Ein Plus gab es in fünf Ländern: Berlin (von 4469 auf 4935 Kontrollen), Hamburg (von 2757 auf 2938), in Mecklenburg-Vorpommern (von 16.408 auf 16.748) in Sachsen (von 6835 auf 6888) und in Schleswig-Holstein (von 2288 auf 2496).

Linke-Fachpolitikerin Jutta Krellmann kritisierte, Kontrollen würden seit Jahren kaputtgespart. Der Staat sei der Meinung, er könne diese Aufgabe den Unternehmen überlassen. "Für die Beschäftigten ist das ein Glücksspiel, auf Kosten ihrer Gesundheit."

Quelle: DPA