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Sternschnuppen Juli: Perseiden und Delta-Aquariiden - wann lohnt sich der Blick nach oben?

Sternenhimmel im Juli

Nach dem Supermond folgen die Delta-Aquariiden

Großartige Sicht auf das Himmelsspektakel Supermond im Juni 2022
01:00 min
Supermond im Juni 2022
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Der Sternenhimmel im Juli hat neben einem sehr hellen Jupiter noch einiges mehr zu bieten. Rund um die Mitte des Monats gibt es den zweiten und letzten Supermond des Jahres zu sehen. Nach dem Vollmond folgen die Delta-Aquariiden. Sie sind jedoch nicht der einzige Meteorschauer im Juli.

Deneb strahlt 130.000 Mal heller als die Sonne

Sommerdreieck am Nachthimmel mit der Milchstraße
Die drei hellsten Sterne bilden das Sommerdreieck. Links oben ist Deneb, rechts daneben ist Wega zu sehen. Die südliche Spitze bildet Altair.
iStockphoto

Drei Fixsterne bilden am abendlichen Sommerhimmel eine auffällige Konstellation. Man spricht vom Sommerdreieck. Im Juli steht das Sommerdreieck gegen Mitternacht hoch im Süden. Es ist gewissermaßen das Gegenstück zum Wintersechseck. Das Sommerdreieck setzt sich aus den Sternen Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler zusammen. Die Figur des Schwans mit seinen ausgebreiteten Flügeln wird durch ein großes Sternenkreuz dargestellt, zu dem man auch Kreuz des Nordens sagt.

Während Wega mit 25 Lichtjahren und Atair mit 16 Lichtjahren noch relativ nahe Sterne in der Sonnennachbarschaft sind, ist Deneb mit rund 2.500 Lichtjahren der fernste Stern erster Größenklasse. Dass Deneb dennoch zu den hellsten Sternen am irdischen Nachthimmel zählt, liegt an seiner enormen Leuchtkraft. Diese heiße, bläuliche Sonne strahlt 130.000-mal heller wie unsere Sonne. Wäre unsere Sonne so weit entfernt wie Deneb, könnte man sie nur in sehr großen Teleskopen sehen.

Zwei Sternschnuppenschauer im Juli

Sternschnuppen, Eta-Aquariiden, Meteorschauer
Im Juli sind die Delta-Aquariiden und die Perseiden aktiv.
iStockphoto

Zu den größten Highlights am Sternenhimmel im Juli gehören zweifelsfrei die Feuerbälle der südlichen Delta-Aquariiden. Sie leuchten ab dem 12. Juli am Himmel kurz vor Sonnenaufgang. Im Gegensatz zu den Eta-Aquariiden im Mai stammen sie von einem anderen Ursprungskörper. Dieser ist jedoch bisher noch unbekannt. Es gibt die Vermutung, dass es sich dabei um 96P/Machholz handelt, das ist jedoch nicht zu Hundert Prozent gesichert. Zu ihrem Maximum am am 30. Juli können bis zu 25 Sternschnuppen am Himmel beobachtet werden. Bis zum 23. August ist der Meteorschauer noch aktiv.

Es ist nicht der einzige Meteorschauer im Juli. Kurz nach Monatsmitte (17. Juli) tauchen die ersten Perseïden auf, die dann im August für eine rege Sternschnuppentätigkeit sorgen. Zu deren Maximum am 12. August sind dann bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde zu sehen.

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Zweiter Supermond des Jahres

Am 13. wird die Vollmondphase erreicht. Am gleichen Tag kommt der Mond um kurz nach 11 Uhr in Erdnähe, wobei er rund 357.260 Kilometer entfernt ist. Dabei hat er die geringste Erddistanz in diesem Jahr, weshalb man auch den größten Vollmond, den sogenannten Supermond erblickt. erblickt. Diese Nähe zur Erde kann während des zweiten Supermonds des Jahres zu extremen Gezeiten mit Springfluten an den Küsten führen. Mit rund 406.270 Kilometer Distanz erreicht der Mond am 26. zu Mittag seinen erdfernsten Bahnpunkt.

Schon am 4. erreicht die Erde ihren sonnenfernsten Bahnpunkt. Ihr Abstand beträgt an diesem Tag 152 Millionen Kilometer vom Glutball Sonne. Das Sonnenlicht überbrückt die Strecke von der Sonne zur Erde in acht Minuten und 27 Sekunden. Die Sonne hat mit ihrem Abstieg zum Herbstpunkt am Himmelsäquator begonnen. Am Morgen des 21. Juli verlässt sie das Sternbild Zwillinge und wechselt in den Krebs. Einen Tag später tritt sie eine Stunde vor Mitternacht in das Tierkreiszeichen Löwe. Die Tageslänge verkürzt sich im Juli um eine Stunde.

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Lichtband der Milchstraße im Süden

ARCHIV - 20.04.2018, Schleswig-Holstein, Burg Auf Fehmarn: Verschiedene Flugobjekte sind rund um die Milchstraße während des Lyriden-Meteorschauers am Nachthimmel über Fehmarn zu sehen. (Zu dpa "Wetter: Gute Sicht für kommende Sternschnuppen-Nächte")
Das sommerliche Lichtband der Milchstraße steigt im Süden zwischen Skorpion und Schütze in Richtung Adler empor.
dan tba wst, dpa, Daniel Reinhardt

Am westlichen Himmelsgewölbe befinden sich Arktur im Sternbild Bootes und Spica im Sternbild Jungfrau. Sie erinnern an vergangene Frühlingstage. Tief im Süden ist Antares zu sehen, der Hauptstern des Tierkreisbildes Skorpion. Antares markiert das Herz des Skorpions. Von Antares trennen uns 550 Lichtjahre. Auffallend ist seine deutlich rote Färbung. Es ist ein sogenannter roter Überriesenstern. Antares hat 15-mal mehr Masse als unsere Sonne.

Das sommerliche Lichtband der Milchstraße steigt im Süden zwischen Skorpion und Schütze in Richtung Adler empor. Von hier aus geht die Milchstraße durch Schwan und Kassiopeia und das Himmels-W, zum Nordhorizont, wo auch die helle Kapella im Fuhrmann funkelt. Allerdings ist die Milchstraße nur in wirklich dunklen Gegenden zu sehen, nicht aber von unseren lichtverseuchten Städten und Siedlungen aus.

Jupiter strahlt unübersehbar

Nach Einbruch der Dunkelheit ist der abendliche Sternenhimmel noch ohne helle Planeten. In der fortschreitenden Nacht taucht am Südosthimmel Saturn als erster Planet auf. Er wird allmählich zum Planeten der gesamten Nacht. Ende Juli erscheint er schon kurz nach halb zehn Uhr abends über dem Südosthorizont. In der Nacht vom 15. auf 16. sieht man um Mitternacht den noch fast vollen Mond südlich von Saturn. Im Planetenreigen der Nacht folgt Jupiter dem Saturn. Der Riesenplanet verlagert seine Aufgänge in die Zeit vor Mitternacht. Ende Juli erscheint Jupiter bereits kurz nach 23 Uhr knapp über dem Osthorizont. Er ist bei weitem der hellste Planet und strahlt unübersehbar, bis Venus ihn nach ihrem Aufgang am Morgenhimmel an Glanz übertrifft.

Auch Mars ist in der zweiten Nachthälfte präsent. Der rötliche Planet zieht durch das Sternbild Fische und wechselt am 8. in den Widder. Der abnehmende Halbmond besucht Mars in der Nacht vom 21. auf 22. Juli. Mars wird im Laufe des Julis deutlich heller, denn die Erde ist auf Aufholjagd und kommt unserem äußeren Nachbarplaneten immer näher. Venus hält ihre Stellung am Morgenhimmel. Ihr Aufgang erfolgt zu Monatsbeginn um etwa 3.30 Uhr morgens, Ende Juli zwanzig Minuten später.

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(kfb/dpa)