"Es ist nicht immer alles traurig"

Künstlerin macht Gipsabdrücke von Sternenkindern

06. Januar 2021 - 10:47 Uhr

Einzigartige Momente zum Gedenken an Sternenkinder

Die Erinnerung an einen geliebten Menschen wachhalten - das gibt nicht nur Trost und Wärme, sondern hilft, den Verlust besser verarbeiten zu können. Das gilt vor allem auch für Eltern von sogenannten Sternenkindern - also Kindern, die vor, während oder kurz nach der Geburt verstorben sind.

Wie Katrin Schlüter aus Bremerhaven diesen Eltern mit Gipsabdrücken einen ganz besonderen Halt gibt und ihnen einzigartige Erinnerungen schenkt, sehen Sie im Video.

Katrin Schlüter: Beistand mit Gefühl und künstlerischem Talent

Seit 2018 macht Katrin Schlüter solche 3D-Abdrücke ehrenamtlich. An ihren ersten Auftrag erinnert sie sich noch ganz genau: "Wir sind in dieses Haus rein und schon im Flur war schon ein großer Haufen mit dem ganzen Babyspielzeug, mit der Wiege und so, und das war schon… da musste selbst ich schon erstmal schlucken."

Auch für die Künstlerin wird es oft emotional

Die 3D-Modelle entstehen aus einer Algenpulver-Mischung, die besonders schonend zu der sehr empfindlichen Kinderhaut ist. Trotz dem immer ähnlichen Ablauf ist jeder Abdruck von einem Sternenkind aber eine emotionale Herausforderung: "Erst, wenn ich dann wieder im Auto sitze und nach Hause fahre, ist es oft so, dass ich dann doch schon mal eine Träne verdrücke."

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Sternenkinder dürfen kein Tabuthema sein

Obwohl es sich bei Sternenkindern noch immer um ein schwieriges Thema handelt, findet Katrin Schlüter, dass mehr darüber gesprochen werden sollte: "Das merke ich auch bei den Eltern, dass sie eigentlich darüber sprechen wollen und dass es kein Tabuthema sein darf, soll es auch nicht. Es ist egal, ob das Kind in der 25. Woche, in der 40. Woche oder direkt nach der Geburt verstirbt. Das sind ja trotzdem Eltern. Und auch die Eltern haben ein Recht darauf, eine Erinnerung zu haben, auch eine haptische Erinnerung."

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