Dermatologie-Professor beschwört historische Chance

Können wir durch das Coronavirus Kopfläuse für immer loswerden?

Kopflaus-Behandlung bei einem Kind.
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28. Mai 2020 - 12:37 Uhr

Kopfläuse sind nicht nur lästig, sondern auch gefährlich

Es juckt, es kratzt, es bilden sich rote Knötchen: Kopflaus-Befall! Vor allem kleine Kinder sind betroffen: Sie stecken die Köpfe zusammen und tauschen gerne ihre Kopfbedeckung untereinander. Eltern fürchten den Kita-Aushang, der angibt, dass ein Fall von Kopfläusen aufgetreten ist. Doch laut eines führenden australischen Experten besteht durch die Corona-Pandemie die Chance, die Plage endgültig loszuwerden.

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Abstand und Kontaktverbot macht es den Läusen schwer

Geschlossene Schulen und Kitas, soziale Distanzierung, Home-Office und Kontaktbeschränkungen: In der Corona-Krise sind die Menschen in den vergangenen Wochen viel weniger in Kontakt gewesen. Vor allem die Kleinsten waren jetzt wochenlang nicht in der Kita oder Schule: Dem Ort, wo Kopfläuse in der Regel von Kopf zu Kopf wandern und sich so weiter vermehren. Haben sich die kleinen Plagegeister einmal eingenistet, wird man sie nicht mehr so schnell los. Und das bedeutet viel Arbeit. Außerdem ist ein Kopflaus-Befall auch gar nicht so harmlos, denn befallene Stellen können eitern und sich infizieren.

„Wir können Kopfläuse jetzt ausrotten“

Rodney Sinclair, Dermatologie-Professor an der Melbourne University, sieht durch Corona eine historische Gelegenheit, die alte Plage loszuwerden. "Es ist wirklich eine einmalige Chance, die Ausbreitung drastisch zu reduzieren", sagt er im australischen Fernsehen. Allerdings ist dazu die Hilfe aller gefragt: "Wenn wir jetzt alle Träger identifizieren, bevor die Kontaktsperren und Schließungen wieder rückgängig gemacht werden, können wir die Läuse allmählich ausrotten", sagt er dem Sydney Morning Herald. Denn: Der einzige Wirt für Kopfläuse ist der Mensch.

Deutscher Dermatologe sieht die Annahme skeptisch

Der Münchner Hautarzt Dr. Harald Bresser steht dieser Annahme allerdings ganz klar skeptisch gegenüber: "Die Vorstellung, wir könnten die Läuse für immer ausrotten, ist abwegig", sagt er zu RTL. "Kopfläuse gehören zum natürlichen Biotop des Menschen dazu." Zwar geht der Dermatologe davon aus, dass das Infektionsgeschehen auch hierzulande etwas abflauen, aber eben so schnell wieder das Niveau wie vor der Corona-Pandemie erreichen wird. "In Deutschland sind Kopfläuse aber nicht wirklich ein großes Problem", sagt er uns. Wichtiger sei vor allem, dass die Kinder wieder zurück in die Schule und in die Kita gehen können.

So können Sie Ihr Kind vor Läusen schützen!

Wenn die fiesen Krabbeltierchen einmal in den Haaren sind, ist es zu spät. Doch es gibt ein paar Möglichkeiten, die Kinder vor einem Läusebefall zu schützen:

  • Hat Ihr Kind lange Haare, sorgen Sie dafür, dass es mit einer Flechtfrisur, die eng am Kopf liegt, in die Kita oder in die Schule geht. Offene Haare lieben Läuse nämlich sehr – bei zusammengebundenen Haaren haben sie hingegen schlechtere Chancen sich auszubreiten.
  • Basecap oder Kopftuch sehen nicht nur süß aus. Sie machen den Krabbeltierchen auch  das Leben schwer und lassen Sie nicht an die Kopfhaut heran.
  • Achten Sie darauf, dass die Kleinen die Kopfbedeckungen nicht untereinander tauschen – ansonsten kann der Schuss schnell nach hinten losgehen.
  • Tauschen Sie Jacken, Matschanzüge, Mützen und was noch so in der Schul- und Kitagarderobe hängt, regelmäßig aus und waschen Sie die Sachen gründlich.

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