Sterbehilfe: Australier David Goodall (†104) ist tot

10. Mai 2018 - 16:21 Uhr

David Goodall nahm aktive Sterbehilfe in Anspruch

Er flog von Australien in die Schweiz, um zu sterben. Nun ist sein Wunsch erfüllt worden: David Goodall ist im Alter von 104 Jahren mit Unterstützung einer Sterbehilfeorganisation gestorben. Der Wissenschaftler habe im Beisein mehrerer Enkelkinder eine tödliche Infusion erhalten und sei kurze Zeit später für immer eingeschlafen, teilte ein Sprecher der Schweizer Sterbehilfeorganisation Exit mit.

Goodall war Biologe

"Er war ruhig und gelassen. Er wollte, dass alles so schnell wie möglich geht", sagte der Sprecher weiter. Begleitend zur Infusion sei auf den Wunsch des Sterbenden die 9. Symphonie von Ludwig van Beethoven aufgelegt worden.

Kurz nach 12.30 twitterte Philip Nitschke, Aktivist der Sterbehilfeorganisation 'Exit International' die Nachricht, dass David Goodall am 10. Mai um 12.30 Uhr in Basel gestorben sei. Eine offizielle Bestätigung von seiner Familie gibt es noch nicht - aber seinen Tod plante der 104-Jährige für Christi Himmelfahrt 2018. Er entschied sich für einen Sterbecocktail mit dem Wirkstoff Nembutal. Goodall wachte nach der Infusion - wie geplant - nicht mehr auf.

"Ich bedauere es sehr, dieses Alter erreicht zu haben."

Auch im biblischen Alter von 104 Jahren bestach David Goodall durch seinen klaren Verstand. Er hat entschieden: 104 Jahre sind genug. "Ich will sterben", verkündete er an seinem Geburtstag Anfang April in einem Interview. "Ich bedauere es sehr, dieses Alter erreicht zu haben." Erst vor zwei Jahren wurde er von der Universität, an der er über Jahrzehnte dozierte, endgültig in den Ruhestand geschickt.

Ein Sturz und gesundheitliche Probleme hätten seither dafür gesorgt, dass er viel Zeit im Krankenhaus verbracht habe, erklärte Goodall. "Wie im Gefängnis" habe er sich dabei gefühlt - nachvollziehbar bei einem Mann, der auch mit über 100 Jahren geistig topfit war.