Gegen Sterbehilfe

Ärzte wehren sich gegen Todespille

© dpa, Etienne Ansotte, am_pt_gk kde

19. Februar 2019 - 13:14 Uhr

Staatliche Erlaubnis für Suizid?

Es ist ein Thema, bei dem viele am liebsten die Hände auf die Ohren legen und die Augen davor verschließen: Sterbehilfe. Das Ende des Lebens macht vielen Angst – doch gerade deswegen ist es so wichtig, darüber zu sprechen. Zurzeit macht das Thema wieder Schlagzeilen. Schwer und unheilbar kranke Menschen sollen sich tödliche Pillen besorgen dürfen, fordert die FDP. Bislang geht das nämlich nicht. Harter Tobak: Das würde bedeuten, dass sich Menschen mit staatlicher Erlaubnis das Leben nehmen. Die Ärzte in Deutschland wollen da nicht mitmachen. Die Bundesärztekammer lehnt eine Neuregelung ab. "Ärzte leisten Hilfe beim Sterben, aber nicht zum Sterben", heißt es in einer Stellungnahme.

Gericht gab schon Erlaubnis

Schon lange wird darüber diskutiert. Das höchste zuständige Gericht hat schon eine Entscheidung dazu getroffen. In Extremfällen sollten Menschen Zugang zu einer tödlichen Dosis Betäubungsmittel bekommen, urteilte das Bundesverwaltungsgericht im Jahr 2017. Die Begründung: Schwer kranke Menschen hätten das Recht, selbst zu entscheiden, wie und wann sie aus dem Leben scheiden wollen. Hintergrund dieses Urteils dürfte auch der Wunsch vieler Menschen sein, am Ende nicht nur noch von Geräten am Leben gehalten zu werden.

Gesundheitsministerium stellt sich quer

Warum dann nun der Vorstoß der FDP? Fordert die Partei nun nicht genau das, was das Gericht schon erlaubt hat? Im Prinzip ja. Doch da kommt das Gesundheitsministerium ins Spiel. Das stellt sich quer. Anträge auf tödliche Pillen lässt es bisher immer ablehnen. Bis zum Frühjahr gingen 104 Anträge ein. Für die Betroffenen ist das eine schwierige Situation. Manche überlegen, für Sterbehilfe ins Ausland zu gehen. Die FDP verlangt nun, dass es ein neues Gesetz dazu gibt.

Ärzte: Es gibt eine Alternative

Die Bundesärztekammer sagt, dass es ja auch eine Alternative gebe. Die Palliativmedizin. Dabei versuchen Ärzte, das Leiden der Sterbenden zu lindern. Die aktive Sterbehilfe ist aber ein Tabu. Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin befürchtet, dass man gar nicht so genau sagen kann, wer wirklich unheilbar krank ist. Es bestehe die Gefahr, dass eine Begrenzung auf extreme Ausnahmesituationen nicht möglich sei. Es könnte eine "staatliche Pflicht zur Assistenz bei Suizid geschaffen werden.