Stephan Weil: Tat in Halle Angriff auf gesamte Gesellschaft

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9. Oktober 2019 - 20:00 Uhr

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat sich entsetzt über die tödlichen Schüsse in Halle gezeigt. "Ich bin entsetzt und erschüttert über die Tat vor der jüdischen Synagoge in Halle. Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freunden der Opfer", erklärte der SPD-Politiker laut einer Mitteilung der Staatskanzlei am Mittwochabend.

Bei den Angriffen in Halle/Saale waren vor einer Synagoge und in einem Döner-Imbiss am Mittwoch zwei Menschen erschossen worden. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen Mordes von besonderer Bedeutung und sieht in der Attacke eine staatsgefährdende Tat.

Bundesinnenminister Horst Seehofer erklärte in Berlin, es gebe nach Einschätzung des Generalbundesanwalts ausreichend Anhaltspunkte für einen möglichen rechtsextremistischen Hintergrund. "Nach dem derzeitigen Stand der Erkenntnisse müssen wir davon ausgehen, dass es sich zumindest um einen antisemitischen Angriff handelt."

Weil erklärte: "Es macht mich fassungslos und betroffen, dass Menschen jüdischen Glaubens an ihrem höchsten Feiertag Jom Kippur in Trauer, Angst und Schrecken versetzt wurden und Synagogen unter besonderen Polizeischutz gestellt werden mussten." Es handele sich um einen Angriff "auf unsere gesamte Gesellschaft".

Quelle: DPA