13. Februar 2015 - 9:30 Uhr

Tiere wurden zum Sicherheitsrisiko

Weil drei Westkaukasische Steinböcke im Berliner Zoo immer wieder über den Zaun sprangen und ausbüxten, sind sie offenbar vor einigen Wochen vorsorglich getötet und an Wölfe verfüttert worden. Die extra aus den Tierparks von Halle und Prag georderten Tiere waren laut 'Berliner Zeitung' erst im Oktober vergangenen Jahres in ein neues Gehege mit 16 Meter hohem Kletterfelsen umgezogen. Die Zoo-Direktion unterschätzte dabei allerdings die enorme Sprungkraft der Tiere. "Den Steinböcken gelang es immer wieder, über den Gehege-Zaun zu springen. Sie machten Ausflüge durch das Zoo-Gelände. Vorwiegend abends und nachts", so ein Zoo-Mitarbeiter.

Bei den sich häufenden Fluchtversuchen mussten immer wieder Tierärzte zur Hilfe eilen, um die Steinböcke mit einem Pusterohr zu betäuben und zurück ins Gehege zu tragen. Da dies nicht immer gelang, seien die Tiere zuletzt sogar tagsüber auf dem Zoo-Gelände unterwegs gewesen. "Sie wurden zum Sicherheitsrisiko für die Besucher", erklärt ein Zoo-Mitarbeiter der 'Berliner Zeitung'. Vor einigen Wochen zog die Zoo-Leitung schließlich die Konsequenzen und verarbeitete drei der insgesamt sieben Böcke aus dem Westkaukasus zu Wolfsfutter.

Das Schicksal der verbliebenen vier Exemplare ist noch nicht gänzlich geklärt, sie sollen aber mittelfristig an andere Zoos abgegeben werden. Wer dann auf dem neuen Kletterfelsen einquartiert wird, war zum gegebenen Zeitpunkt ebenfalls noch nicht beschlossen. Erst kürzlich hatte die Zoo-Leitung für Aufsehen gesorgt, weil sie zehn Wildschweine von Jägern erschießen ließ, um mehr Platz für eine andere Schweineart zu schaffen.