Prozess in Flensburg

Pflasterstein auf fahrenden Kleinbus geworfen: Drei Männer wegen versuchten Mordes angeklagt

Landgericht Flensburg
© dpa, Carsten Rehder

12. November 2020 - 14:22 Uhr

Auch Häuser und Fahrzeuge in Brand gesteckt

Sie sollen einen Stein auf einen fahrenden Kleinbus geworfen, Häuser und Fahrzeuge in Brand gesteckt sowie Steine auf dutzende, parkende Autos geworfen haben: Für insgesamt elf Taten im Raum Kappeln müssen sich seit Donnerstag (12. November 2020) drei Anfang 20-Jährige vor dem Landgericht Flensburg verantworten.

Versuchter Mord

Der Staatsanwalt geht davon aus, dass sich die Angeklagten so ihre Zeit vertreiben und sich belustigen wollten und wertet den Steinwurf auf das fahrende Auto im August 2018 als versuchten Mord. Der 21-jährige Jan. M. sagte vor Gericht, er habe über die Dinge nicht nachgedacht.

Keine Arbeit und Alkoholprobleme

Außerdem habe er damals ein Alkoholproblem gehabt. Seine Eltern hätten Druck gemacht, er solle sich was Neues suchen, weil er seine Ausbildung abgebrochen hatte. "Ich habe bis um zehn ausgeschlafen, Playstation gespielt, an Autos geschraubt und mich danach mit Freunden getroffen", beschreibt der Hauptschüler seine damalige Situation dem Richter.

"Ich bin im Moment wunschlos glücklich“

Zwar hatte Jan. M offenbar Stress mit Familie und Freunden, aber er soll sich dafür fast täglich mit seinem Freund und Mitangeklagten Timo F getroffen haben. Der ebenfalls 21-Jährige war zum Tatzeitpunkt Paketzusteller, aber unzufrieden über seinen Job und kündigte diesen schließlich. Seine Situation hätte sich aber geändert, weil er eine Ausbildung und Freundin habe. "Ich bin im Moment wunschlos glücklich", so Timo F. über sein Leben.

Großes Glück hatten alle drei Angeklagten, dass durch ihre Taten kein Mensch schwer verletzt worden ist. Das Urteil soll voraussichtlich am 16. Dezember fallen.