12. Januar 2019 - 17:49 Uhr

Ausgeschieden statt Podest

Stefan Luitz hat zwei Tage nach der Aberkennung seines bisher einzigen Weltcupsieges den nächsten Nackenschlag kassiert. Beim Riesenslalom-Weltcup in Adelboden lag der 26-Jährige nach dem 1. Lauf aussichtsreich auf Platz vier, patzte aber dann im Finale und verletzte sich zu allem Überfluss auch noch an der Schulter.

Schulter ausgekugelt

Im Finale wollte er "voll auf Angriff" fahren, hatte Luitz während der Pause angekündigt. Am Vormittag war er es seiner Meinung nach zu verhalten angegangen, "das darf nicht passieren", schimpfte er. Deshalb entschloss sich Luitz, diesmal "gleich zu attackieren" - und das ging schief. Nach wenigen Fahrsekunden rutschte er bei einem Linksschwung weg, blieb mit dem linken Arm auf der Piste hängen und kugelte sich die Schulter aus. Anschließend wurde er mit dem Helikopter in eine Klinik geflogen.

"Ich dachte immer, es geht nicht mehr schlechter. Aber es gibt jedes Mal doch noch eine Steigerung", sagte Alpindirektor Wolfgang Maier zum anhaltenden Verletzungspech seiner Mannschaft. Luitz sei die Schulter unter Narkose wieder eingerenkt worden, weitere Untersuchungen in der Schweiz und nach Luitz' Rückkehr in München sollen Aufschluss über etwaige weitere Blessuren geben. Erst dann wird klarer, ob und wie lange Luitz ausfällt.

Kein Deutscher in der Wertung

Der Sieg auf dem legendären Chuenisbärgli ging an Marcel Hirscher. Der Weltcup-Dominator aus Österreich fuhr bei seinem 66. Erfolg noch von Platz zwei auf eins vor. Henrik Kristoffersen (Norwegen/0,71 Sekunden zurück) verlor die Führung im Finale und wurde Zweiter, Rang drei ging an den Franzosen Thomas Fanara (1,04).

Beim wohl schwersten Riesenslalom der Saison auf blankem Eis im Berner Oberland kam kein Starter ohne Fehler ins Ziel. Die weiteren fünf Deutschen um Fritz Dopfer verpassten das Finale. Felix Neureuther startet nur beim Slalom am Sonntag.