Tödliche Gefahr für Hunde

Staupe-Alarm in NRW - Jäger warnen Hundehalter

Hundehalter sollten ihre Vierbeiner impfen lassen.
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20. November 2020 - 12:43 Uhr

Mehrere Fälle des Staupe-Virus entdeckt

Nachdem ein Jäger im Ruhrgebiet einen apathischen Fuchs im Wald entdeckte, ruft die Jägerschaft im Kreis Unna Hundebesitzer jetzt zur Vorsicht auf. Der Fuchs hatte sich mit dem Staupe-Virus infiziert. Für Menschen ist das Virus zwar ungefährlich, für Hunde aber tödlich. Um ihre Vierbeiner zu schützen, sollten Hundebesitzer jetzt unbedingt Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.

Symptome ähneln Tollwut

Der Jäger entdeckte einen infizierten Fuchs (Symbolbild).
Der Jäger entdeckte einen infizierten Fuchs (Symbolbild).

Als Jäger Hans-Peter Stratemann einen apathischen Fuchs im Wald entdeckt, denkt er zuerst an Tollwut. Denn das Tier verhielt sich nicht seiner Art entsprechend und zeigte keine Scheu vor Menschen. Um sicherzugehen, erlegt er das Tier und schickt es zum staatlichen Veterinäramt. Hier soll der Grund für das untypische Verhalten des Fuchses untersucht werden.

Kurze Zeit später stellt sich heraus: Hans-Peter Stratemann hat genau richtig gehandelt. Denn der Fuchs ist nicht wie zuerst vermutet an Tollwut erkrankt. Er hat sich mit der hochansteckenden Virus-Erkrankung Staupe infiziert. Zuerst berichtete der "Stadt Spiegel" über den Fall.

Waschbär wohl ebenfalls mit Staupe infiziert

In einem weiterem Fall im Ruhrgebiet hat sich wohl auch ein Waschbär mit der tödlichen Krankheit infiziert. Dieser verhielt sich ähnlich auffällig wie der Fuchs und wurde ebenfalls von einem Jäger gefunden. Der Waschbär hielt sich in einem Kinder-Sandkasten auf, hatte den Kopf in den Nacken gelegt und speichelte viel. Auch dieses Tier wurde schon zum Veterinäramt geschickt. Ein endgültiges Ergebnis steht noch aus.

Wie können sich Hunde infizieren?

Das Virus wird durch Urin, Kot, Speichel sowie Augen- und Nasensekret übertragen. Wenn ein Hund beim Waldspaziergang nur an Exkrementen infizierter Tiere schnüffelt, kann das für den Vierbeiner tödlich enden. Oft wird die Infektion erst nach drei bis sieben Tagen sichtbar, was ein frühes Handeln fast unmöglich macht. Bis dahin könnte das Virus längst weitere Tiere erwischt haben.

Entwarnung gibt es für Katzen: Für sie ist das Virus ungefährlich. Auch auf den Menschen hat es keine bekannten negativen Auswirkungen. Deshalb ist Staupe auch nicht meldepflichtig. Doch bei Hunden, die nicht geimpft sind, wirken die Behandlungsmethoden nicht.

Hunde unbedingt gegen Staupe impfen lassen

Wer seinen Hund vor der gefährlichen Seuche schützen will, muss eigentlich nur eins beachten: Er muss sein Tier gegen Staupe impfen lassen.

Und zwar so früh wie möglich - spätestens im Alter von acht Lebenswochen, empfiehlt der Tierärzteverband. Die Impfung muss im Rahmen der Grundimmunisierung noch einmal vier Wochen später wiederholt werden. Die Ständige Impfkommission empfiehlt für eine vollständige Grundimmunisierung und damit für einen zuverlässigen Schutz des Tieres weitere Impfungen im Alter von zwölf und 16 Lebenswochen sowie ein weiteres Jahr später. Um einen dauerhaften Infektionsschutz zu gewährleisten, muss die Impfung gegen die Staupe regelmäßig alle drei Jahre aufgefrischt werden.

Die Staupe-Impfung ist für Hunde eine Standardimpfung. Werden sie regelmäßig geimpft, sind sie nicht nur geschützt - die Impfung trägt auch dazu bei, die Verbreitung des Virus einzudämmen. Das Virus galt jahrelang als ausgerottet.

Dass mittlerweile wieder Fälle in Deutschland auftreten, hat mehrere Gründe: Zum einen werden infizierte Tiere aus dem Ausland eingeführt, zum anderen werden viele Tierhalter impfmüde.

Auffällige Wildtiere melden

Wer bei einem Waldspaziergang auffällige Wildtiere entdeckt, sollte diese Fälle unbedingt der zuständigen Jägerschaft melden, um die weitere Ausbreitung zu vermeiden.