Achtung, hier droht ein Bußgeld!

Stau auf der Autobahn und Sie müssen pinkeln? Was erlaubt ist - und was nicht

Stau auf einer Autobahn wegen Vollsperrung,
Wer im Stau das Auto verlässt, muss mit einem Verwarnungsgeld rechnen.
imago stock&people, imago/Eibner, Benjamin Horn/ Eibner-Pressefoto

Wir kennen es alle: Die Bremslichter vor uns gehen an, die Autos werden langsamer, Stau. Und der kann mitunter auch mal mehrere Minuten, wenn nicht gar Stunden anhalten. Wenn die Blase dann bereits schmerzhaft drückt und die nächste Raststätte weit entfernt ist, bleibt in der Verzweiflung nur eines: Raus aus dem Auto und ab in die Böschung. Aber ist das überhaupt erlaubt?

Betreten der Autobahn ist verboten

Wir haben es vermutlich alle schon mal im Notfall gemacht, aber eigentlich gilt: Im Stau das eigene Auto zu verlassen, um sich zu erleichtern, ist verboten! Wer es dennoch macht, muss mit einem Verwarnungsgeld von zehn Euro rechnen. Der Grund: Zwar ist Wildpinkeln in Deutschland grundsätzlich verboten, das Verwarnungsgeld wird aber aus einem anderen Grund fällig: „Das Betreten von Autobahnen ist generell verboten. Die Straßenverkehrsordnung macht hier keinerlei Ausnahmen“, erklärt Verkehrsexperte Achmed Leser vom TÜV Thüringen der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Da macht es übrigens keinen Unterschied, ob Sie sich nur die Beine vertreten wollen oder sich tatsächlich erleichtern müssen.

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Aussteigen auf der Autobahn verboten: Eine Ausnahme gibt es!

Die einzige Ausnahme gelte dem Experten zufolge bei einer Fahrzeugpanne. Hier sollte man in jedem Fall das Auto verlassen und möglichst hinter der Leitplanke Schutz suchen.

Wer allerdings sein Fahrzeug im Stau stehen lässt, um auszutreten, behindert den Nachfolgeverkehr, sollte sich dieser in der Zwischenzeit wieder in Bewegung setzen. Das kann als Halten auf der Autobahn gewertet werden und dann auch schon mal mehr als zehn Euro kosten, wie der ADAC bestätigt: Dauert das spontane Entfernen vom Fahrzeug nämlich länger als drei Minuten, kann dies laut Bußgeldkatalog als „Parken auf der Autobahn“ und damit als eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer gewertet werden. Es droht eine Geldstrafe von 30 bis 70 Euro.

Laut ADAC ist die Polizei bei Vollsperrungen tendenziell nachsichtig. Verlassen kann man sich darauf aber natürlich nicht.

Einzige Lösung: Taschen-WC für den Notfall

Wer also eher zu einer schwachen Blase neigt, der sollte entweder auf jeder sich bietenden Raststätte die Toilette nutzen, um vorzubeugen – oder sich ein Taschen-WC zulegen. Dazu rät übrigens auch der ADAC. (akr)