Statt warmer Süden: Storch überwintert im Süden Brandenburgs

Ein Weißstorch sucht auf einer Wiese nach Nahrung. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB
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13. Januar 2021 - 15:22 Uhr

Ein ungewöhnlicher Gast überwintert zur Freude der Einwohner derzeit statt im warmen Süden in der Südbrandenburger Stadt Herzberg (Elbe-Elster): ein Weißstorch. Nach Angaben der Storchenbeauftragten des Naturschutzvereins "Elsteraue" Falkenberg, Sabine Lehmann, ist der Adebar seit Oktober in der Stadt. Er sei an der Schwarzen Elster auf Wiesen nahe einer Bundesstraße entdeckt worden, wo er auf Futtersuche war. Sein rechter Flügel sei verletzt gewesen und man habe überlegt, ihn einzufangen, erzählte Lehmann. Das sei aber gescheitert. Zuvor hatte der RBB berichtet.

Später habe sich der Storch einen Horst direkt am Landratsamt gesucht, erzählte Lehmann. Mit seinem Handicap könne er kurze Strecken fliegen, zur Futtersuche reiche es, hat Lehmann beobachtet. Sie betreut insgesamt 40 Storchennester in der Region. In ihrer fünfjährigen Amtszeit sei ihr so ein Wintergast noch nicht untergekommen. Sie habe sich bei Storchenexperten informiert, wie sie weiter mit dem "Winterstorch" umgehen solle, berichtete Lehmann.

Mittlerweile sorgen sich ihr zufolge zahlreiche Anwohner um den Wintergast, denn Schnee und Eis erschwerten seinen Aufenthalt. Die Storchenbeauftragte hat die Herzberger aber beruhigt. "Er kommt gut zurecht mit seinem Handicap und fliegt in Herzberg hin und her, er schafft das", schätzte Lehmann ein. Der Storch sei bereits auch einmal umgezogen und übernachte nun in einem anderen Horst. Dort sei er auch sicher vor natürlichen Feinden wie Fuchs oder Marder. Eine geschlossene Schneedecke über Wochen könnte problematisch werden, doch noch finde er Futter, so die Storchenbeauftragte. Einfangen wolle man ihn erst einmal nicht, das wäre nur Stress für das Tier.

In Brandenburg gibt es insgesamt zwölf Störchendörfer. Sie beherbergen mindestens fünf Brutpaare. Bekannt sind dafür etwa die Orte Linum (Ostprignitz-Ruppin) und Rühstädt im Kreis Prignitz.

Quelle: DPA