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Statt privat und gesetzlich: Mit nur einer Krankenversicherung könnten Beiträge sinken!

Ergebnisse einer Bertelsmann-Studie

Statt privat und gesetzlich: Mit nur einer Krankenversicherung könnten Beiträge sinken!

 Gesundheitskarten verschiedener Krankenkassen. Berlin, 03.01.2019. Berlin Deutschland *** Health cards of various health insurance companies Berlin 03 01 2019 Berlin Germany PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xThomasxTrutschel/photothek.netx
Gesundheitskarten verschiedener Krankenkassen. Berlin, 03.01.2019. Berlin Deutschland *** Health cards of various healt
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Beiträge könnten erheblich sinken

Bevorzugte Behandlung, schnellere Terminvergaben oder gesonderte Wartezimmer: Menschen mit privater Krankenversicherung genießen in Deutschland besondere Privilegien. Dieses Zweiklassensystem ist europaweit einzigartig. Wenn in Deutschland aber alle Bundesbürger gesetzlich versichert wären, könnten die Krankenkassenbeiträge spürbar sinken. Das hat eine Studie der Bertelsmann-Stiftung im Auftrag Berliner Iges-Institus ermittelt.

Gesetzlich Versicherte könnten 145€ pro Jahr sparen

145 Euro könnten nach der Studie durchschnittlich pro Jahr gespart werden. Auch wenn die Honorarverluste der Ärzte durch Privatversicherte wegfielen, läge die Ersparnis immer noch bei 48 Euro jährlich.

"Der durchschnittliche Versicherte zahlt jedes Jahr mehr als nötig, damit sich Gutverdiener, Beamte und Selbstständige dem Solidarausgleich entziehen können. Das ist der Preis dafür, dass sich Deutschland als einziges Land in Europa ein duales Krankenversicherungssystem leistet“, sagt Stefan Etgeton, Gesundheitsexperte der Bertelsmann Stiftung.

Privatversicherte entziehen sich dem Solidarsystem

Privatversicherte zahlen demnach nicht in ein System ein, das auf Solidarität abzielt. "Nur wenn sich alle Versicherten unabhängig vom Einkommen zusammentun, um die Risiken zwischen Gesunden und Kranken auszugleichen, kann eine tragfähige Solidargemeinschaft entstehen. Die Aufspaltung der Krankenversicherung in einen gesetzlichen und einen privaten Zweig wird diesem Solidaranspruch nicht gerecht und schwächt den sozialen Zusammenhalt", betont Brigitte Mohn, Vorstand der Bertelsmann Stiftung.

Laut Untersuchung verdienen Privatversicherte durchschnittlich mindestens 56 Prozent mehr als gesetzlich Versicherte. Sie seien auch tendenziell gesünder. Wären sie in der GKV, könnte diese jährlich mit einem Nettofinanzüberschuss von 8,7 bis 10,6 Milliarden Euro rechnen, kalkuliert die Studie. Der Beitragssatz ließe sich um 0,6 bis 0,7 Prozentpunkte senken.

Mehr Ärzte in Regionen mit vielen Privatversicherten

Die Studie kommt außerdem zu dem Ergebnis, dass in Regionen mit einer hohen Anzahl Privatversicherter mehr Ärzte ansässig sind. "Einen ursächlichen Zusammenhang konnten wir in der Studie zwar nicht nachweisen. Ich gehe aber davon aus, dass die im Schnitt 2,5-fach höhere Vergütung ärztlicher Leistungen für Privatpatienten die Anreize für Ärzte verstärkt, sich in den bereits gut versorgten Gegenden mit vielen Privatversicherten niederzulassen“, resümiert Etgeton.