Statt ÖPNV: Immer mehr Bürgerbusse unterwegs

Ralph Hintze, Erfinder des Systems Bürgerbus, steht vor seinem Bürgerbus. Foto: Silas Stein/dpa
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20. Februar 2020 - 6:00 Uhr

In Deutschland sind immer mehr Bürgerbusse unterwegs. Meist ältere Menschen werden damit von Ehrenamtlichen abgeholt, zum Arzt oder Einkaufen gefahren und danach wieder nach Hause gebracht. "Der Bürgerbus schließt eine Lücke, die der normale öffentliche Nahverkehr hinterlässt", sagt Ralph Hintz von der Agentur Landmobil in Guldental (Kreis Bad Kreuznach). Er berät Gemeinden, die Bürgerbusse zum Rollen bringen wollen.

In Rheinland-Pfalz sind nach dem Start vor rund zehn Jahren heute bereits 74 Bürgerbusse in Verbandsgemeinden unterwegs. "An Nummer 75 und 76 sind wir gerade dran", sagt er und verweist auf Wachenheim und Edenkoben. Auch im Saarland nehmen die Busse Fahrt auf: Nach Kirkel lässt auch Püttlingen in den nächsten Wochen einen Bürgerbus an den Start gehen. Weitere stehen dort in den Startlöchern.

"Wir sehen uns nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung." Das Angebot werde künftig noch an Bedeutung zunehmen, meint Hintz, der als Beauftragter in der Verbandsgemeinde Langenlonsheim auch selbst am Steuer sitzt. Der Service ist für die Fahrgäste kostenfrei. Sie müssen sich für ihre Fahrt nur vorher telefonisch anmelden.

Auch deutschlandweit macht das Projekt immer mehr Schule. Hintz und sein Kollege Holger Jansen in Berlin beraten mit ihrer Agentur Landmobil auch Gemeinden in Schleswig-Holstein, in Baden-Württemberg, in Sachsen. Am 2. März falle der Startschuss für den ersten Bürgerbus in Hamburg: In Niendorf-Ost. Bundesweit gibt es auch andere Bürgerbus-Projekte.

Quelle: DPA