Start von 2G im Handel ohne Probleme: Kunden zurückhaltend

Ein Aufkleber an einer Glastür weist auf die 2G-Regel hin. Foto: Daniel Reinhardt/dpa/Symbolbild
Ein Aufkleber an einer Glastür weist auf die 2G-Regel hin. Foto: Daniel Reinhardt/dpa/Symbolbild
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08. Dezember 2021 - 17:12 Uhr

München (dpa/lby) - Die Einführung der 2G Regelung in weiten Teilen des bayerischen Einzelhandels ist am Mittwoch relativ reibungslos abgelaufen. "Die Kunden waren besonnen, diszipliniert und hatten Verständnis für die Maßnahmen", sagte Bernd Ohlmann vom Handelsverband Bayern. "Und sie wussten sehr gut Bescheid, hatten nicht nur die Impfausweise, sondern auch ihre Ausweispapiere dabei. Das hat gepasst." Befürchtungen, dass abgewiesene Kunden ihren Frust am kontrollierenden Personal auslassen könnten, hätten sich nicht erfüllt.

Allerdings blieb das Interesse der Kunden verhalten - wie bereits in den vergangenen Tagen. "Das war kein normaler Mittwoch vor dem dritten Adventswochenende", sagte Ohlmann. Allerdings habe er von einigen Händlern auch gehört, dass mehr Kunden gekommen seien, als vor der Einführung der 2G-Regelung.

Im Handel hatte man der Einführung mit gemischten Gefühlen entgegengesehen. Einerseits fällt ein Teil der potenziellen Kunden weg und Spontankäufe werden schwieriger. Andererseits herrsche nun Klarheit, sagt Ohlmann. Und so manche Geimpfte, die bisher den Rummel gemieden hätten, könnten sich nun mit 2G sicherer fühlen und wieder lieber einkaufen gehen. Ein Aspekt, den auch ifo-Präsident Clemens Fuest jüngst im rbb Inforadio angesprochen hatte.

"Noch ist das Weihnachtsgeschäft nicht vorbei", betonte Ohlmann. Wie sich das Interesse der Kunden unter den neuen Regelungen entwickelt, werde man nun in den nächsten Tagen und am kommenden Wochenende sehen. Da auch das Wetter zuletzt winterlich gewesen sei, seien eigentlich alle Zutaten da. "Und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt."

Ohlmann geht davon aus, dass der Handel die Regeln genau kontrollieren wird. Schließlich sitze Ministerpräsident Markus Söder (CSU) der Branche im Nacken. "Wenn er sieht, dass das zu lax gehandhabt wird, werden die Daumenschrauben angezogen", warnte er.

Seit Mittwoch dürfen in Bayern in Teilen des Einzelhandels nur noch Geimpfte und Genesene einkaufen. Die 2G-Regelung gilt allerdings nicht für Geschäfte des täglichen Bedarfs. Dazu zählt das Gesundheitsministerium nicht nur Lebensmittelhandel, Apotheken, Drogerien, Tankstellen, Baumärkten und Zeitschriftenläden sondern unter anderem auch Optiker, Akustiker, Babyfachmärkte, Tier- und Futtermittelgeschäfte, Blumenläden, Schuhgeschäfte und Buchhandlungen - zudem Handwerksbetriebe und Werkstätten. Von der 2G-Regelung sind dagegen unter anderem Bekleidungs-, Sportgeschäfte oder Juweliere betroffen.

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Quelle: DPA