Start und Kurve 3: Hier entscheidet sich der Große Preis von Russland in Sotschi

27. April 2017 - 17:03 Uhr

Das Duell zwischen Sebastian Vettel gegen Lewis Hamilton geht am Wochenende beim Formel-1-Rennen in Sotschi in die nächste Runde. Fest steht: Den Sieg beim Großen Preis von Russland werden unter normalen Umständen wieder Ferrari und Mercedes unter sich ausmachen.

Kein Reifenvorteil für Ferrari

Aber auf der mit 5,853 Kilometer langen Strecke im olympischen Park werden die Karten wieder neu gemischt. Das Sochi Aotodrom war bislang Mercedes-Land: Silber gewann nicht nur alle drei Grand Prix dort, sondern führte auch jede bislang gefahrene Rennrunde an. Können Vettel und Ferrari diesen Rekord in diesem Jahr knacken?

Einfach dürfte das nicht werden. Denn der größte Vorteil des Ferrari im Vergleich zum Silberpfeil - das schonendere Reifenmanagement - sollte sich in Sotschi nicht so stark auswirken wie zuletzt in Bahrain. Zum einen weil es wieder deutlich kühler sein wird, zum anderen, weil der glatte Asphalt und die 18 Kurven in Sotschi als reifenschonend gelten.

Pole Position als Nachteil?

Obwohl Reifenlieferant Bridgestone die drei weichsten Gummimischungen - Ultrasoft, Supersoft und Softs - zu Verfügung stellt, rechnen die meisten Experten und auch die Teams damit, dass die 53 Runden im Rennen mit nur einem Stopp bewältigt werden können.

Da auch das Überholen in Sotschi nicht so einfach ist, wird es umso mehr auf den Start ankommen. Die Pole Position könnte sich dabei sogar als Nachteil erweisen: Denn bis zur ersten Bremszone ist es knapp doppelt so weit wie bei den ersten drei Saison-Starts. Und auf diesem Weg können die Verfolger den Windschatten des Pole-Manns nutzen, während dieser mit seinem Auto voll im Wind steht.

Extreme Fliehkräfte in Kurve 3

Die anschließende langgezogene Hochgeschwindigkeits-Kurve um die olympische Medal Plaza herum wird in diesem Jahr eine noch größere Herausforderung für die Fahrer sein. Schon in der Vergangenheit wirkten hier mehr als sechs Sekunden lang extrem hohe Fliehkräfte auf die Piloten ein. Mit den in diesem Jahr schnelleren Boliden wird die Belastung noch höher sein - und am Ende vielleicht auch über Sieg oder Niederlage mitentscheiden.