Rechnung über 550 Euro für den Autohof

Carina B. soll für Auto bezahlen, mit dem ihr Freund sie überfahren wollte

Carina B. soll für das Auto zahlen, mit dem ihr Freund sie überfahren wollte.
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29. Juni 2020 - 17:18 Uhr

Carina B. soll abgeschlepptes Auto bezahlen

Carina B. (Name von der Redaktion geändert) aus Starnberg (Bayern) versteht die Welt nicht mehr: "Für das Auto, mit dem er mich und meine Tochter umbringen sollte, soll ich jetzt bezahlen. Das ist Wahnsinn." Nach einer Abtreibung hat ihr Freund versucht, sie zu überfahren. Er verfehlte sie knapp, raste weiter, dann endete seine Fahrt an einem Baum. Die Polizei ließ das kaputte Fahrzeug abschleppen – jetzt soll Carina Geld an einen Autohof bezahlen. Was Sie dazu sagt, sehen Sie in unserem Video.

Auch für die Verschrottung solle sie jetzt aufkommen

550 Euro soll Carina an einen Autohof bezahlen. "Ich kriege tatsächlich Rechnungen für das Auto. Mit Reinigung vom Auto und Reinigung der Werkstatt, weil es Öl verloren hat. Plus die Abstellkosten im Autohaus", sagt sie RTL-Reporter Andreas Becker. Auch für die Verschrottung solle sie jetzt aufkommen. "Und das nur, weil ich der Halter von dem Auto bin. Obwohl ich nichts gemacht habe." Carina hat aber mittlerweile ihren Anwalt Gerald Assner eingeschaltet.

Anwalt von Carina B.: "Polizei soll Rechnungen zahlen"

Der findet, die Polizei müsste die Kosten übernehmen. "Es wäre von Seiten der Polizei viel angemessener gewesen. Wenn man auch überlegt, was die Dame durchgemacht hat", sagte der Anwalt zu RTL. Marina habe das Auto schließlich nicht einfach irgendwo stehen lassen – die Polizei habe es mitgenommen, weil sie Beweise sichern musste. Sollten Sie vor dem Amtsgericht verlieren, wäre das für ihn eine Sache für den Petitionsausschuss des Landtages.

Polizei zahlt fürs Abschleppen - aber nicht fürs Aufbewahren

Auf Nachfrage unseres Reporters Andreas Becker sagte die Polizei, sie würden zwar für das Abschleppen und die Untersuchung des Wagens zahlen – aber nicht für die Aufbewahrung danach. Marina sei am 08. Juni gesagt worden, sie könne das Auto abholen. Seitdem ist fast ein Monat vergangen, die Rechnung wurde immer höher.

Unser Reporter hat auch versucht, den Besitzer des Autohofes zu überzeugen. Er habe auch Standkosten gehabt, sagt der. Er werde allerdings über einen Teilerlass nachdenken, wenn Marina selbst zu ihm komme. Vielleicht muss die Geschichte also doch nicht vor Gericht enden.