Starkoch macht mobil: Jamie Oliver gegen Freihandelsabkommen TTIP

Jamie Oliver hält TTIP für gefährlich.
Jamie Oliver hält TTIP für gefährlich.
© dpa, Angelika Warmuth

19. März 2015 - 14:08 Uhr

Von Tobias Elsaesser

Andere Prominente, auch und vor allem hierzulande, könnten seinem Beispiel folgen: Der britische Starkoch Jamie Oliver sagt frei heraus, dass er vom Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA nichts hält. Im Gespräch mit der 'Times' hat er bereits im August eine Kampagne gegen das Abkommen angekündigt.

Ihm als Koch geht es in erster Linie um die mögliche Absenkung von Lebensmittelstandards, die mit dem Abkommen einhergehen. Ungeachtet dessen, was TTIP bringen könnte, ist es eine Tatsache, dass in den USA bei der Lebensmittelproduktion Prozesse und Hilfsmittel erlaubt sind, die bisher in der EU ein absolutes 'No-Go' sind. Zum Beispiel die Verwendung von Wachstumshormonen und gefährlichen Pestiziden. Ebenso ist es Tatsache, dass die amerikanischen Fleisch produzierenden Unternehmen Zugang zum europäischen Markt wollen, und zwar zu ihren Bedingungen. Würden sie nach EU-Standards produzieren, stünde ihnen der Markt nämlich bereits offen.

Oliver befürchtet, dass das "gefährliche" Abkommen die "Arbeit von Jahrzenten" in Sachen Lebensmittelstandards zunichtemacht. Das Abkommen könnte negative Auswirkungen auf die britische Gesundheit, britische Firmen und die britische Landwirtschaft. Und was für die Briten gilt, gilt auch für die gesamte EU.

"Bei uns ist Hormonfleisch verboten, dort nicht. Wir haben nicht hunderte von Giften und schädlichen Pestiziden in unseren Lebensmitteln, sie schon. Ihre Gesetze und ihre Standards kommen unseren in keinem Bereich ansatzweise nahe", so der TV-Koch und fordert: Wenn die USA Lebensmittel nach Europa exportieren möchten, dann müssen sie sich an europäische Vorgaben halten.



Tobias Elsaesser wurde in Hildesheim geboren und studierte Anglistik und Latein an der Universität zu Köln. Allerdings eher im "Nebenfach" – denn er arbeitete schon während des Studiums bei RTL, was das Studium ins Hintertreffen brachte. Dort wechselte er nach einigen Fernsehjahren in die Online-Redaktion. Den Ärger über aktuelle Themen die ihn (zu sehr) bewegen, versucht er auf dem Rennrad oder mit der Musik von Bruce Springsteen hinter sich zu lassen.

Auch interessant