Starkes Erdbeben erschüttert Iran - Tote nicht bestätigt

10. Februar 2016 - 22:15 Uhr

Radio Pakistan meldet zwölf Tote

In der Grenzregion zwischen Iran und Pakistan hat es ein heftiges Erdbeben gegeben. Zunächst hatten die Behörden hunderte Tote befürchtet. Der iranische Sender Press TV berichtete zunächst von mindestens 40 Toten. "Es handelt sich um das schwerste Erdbeben im Iran seit 40 Jahren", sagte ein Regierungsvertreter. Doch nun ist nur noch von Verletzten die Rede. Sicher ist: Die Erdstöße haben eine vergleichsweise dünn besiedelte Region getroffen. Radio Pakistan meldet zwölf Tote im Land.

Erdbeben Iran Pakistan
Auch in der pakistanischen Millionen-Metropole Karachi mussten die Menschen Büros und Geschäfte verlassen.
© REUTERS, ATHAR HUSSAIN

Nach Angaben des Gouverneurs der betroffenen Stadt Sarawan sind 27 Menschen verletzt worden. Mohammad Sharif-Khaleqi bestätigte nicht die Zahl von Toten, die der Fernsehsender angegeben hatte. Das Beben habe einige ältere Häuser in Sarawan beschädigt, sagte er der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA. Der Gouverneur berief sich bei der Zahl der Verletzten auf Rettungsteams. Press TV nahm die Angaben zu den Toten wieder von seiner Webseite. Das Beben der Stärke bis zu 7,8 hatte den Südosten des Iran erschüttert.

Auch laut Katastrophenschutz liegen bislang keine Informationen über Todesopfer vor. "Das Epizentrum des Bebens lag in der Wüste und es befinden sind keine größeren Siedlungen in der Nähe", sagte ein Mitarbeiter. In den Städten in unmittelbarer Umgebung habe es keine Toten gegeben. 20 Rettungsteams seien ins Erdbebengebiet entsandt worden.

Den staatlichen Medien zufolge wurden die Strom- und Telefonverbindungen in den größten Teilen der Provinzen Sistan und Baluchistan unterbrochen. Der russische Erbauer des iranischen Kernkraftwerks in Buschehr, Atomstroyexport, erklärte, an der Anlage sei kein Schaden entstanden.

Auf der pakistanischen Seite der Grenze wurden zunächst keine Schäden gemeldet. Die Region Baluchistan ist die am dünnsten besiedelte Provinz des Landes. Radio Pakistan berichtete später, auf der pakistanischen Seite seien zwölf Menschen ums Leben gekommen. Offiziell bestätigt ist dies nicht.

Erdstoß noch in 1.500 Kilometer Entfernung zu spüren

Außenminister Guido Westerwelle bot dem Iran deutsche Hilfe "zur Bewältigung dieses außergewöhnlich starken Erdbebens" an. Nach Ministeriumsangaben gibt es keine deutschen Opfer.

Der Erdstoß hatte nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS eine Stärke von 7,8. Das Zentrum lag demnach rund 90 Kilometer von der Stadt Khash entfernt. Die iranische Nachrichtenagentur Fars gab die Stärke mit 7,5 an, das Geoforschungszentrum in Potsdam (GFZ) mit 7,6. Laut GFZ muss mit Nachbeben gerechnet werden. "Das ist bei der gemessenen Stärke von 7,6 sehr wahrscheinlich", sagte der Geophysiker Joachim Saul. Glücklicherweise habe sich das Beben in großer Tiefe ereignet. Je näher sich diese Bewegungen an der Erdoberfläche abspielten, desto verheerender könnten die Auswirkungen sein. . Die Tiefe lag jüngsten Angaben zufolge bei 15,2 Kilometern.

Die Erschütterungen waren in der ganzen Golfregion und darüber hinaus zu spüren. Augenzeugen zufolge wackelten Gebäude in der 1.500 Kilometer entfernten indischen Hauptstadt Neu-Delhi, in Katar und Dubai.

Es handelt sich um das zweite schwere Beben in diesem Monat im Iran. Am 9. April starben 37 Menschen, als Erdstöße die Region um Buschehr trafen, 850 weitere wurden verletzt. Die Stärke wurde damals mit 6,3 angegeben. Der Reaktor wurde nach offiziellen Angaben nicht beschädigt. Die meisten iranischen Atomanlagen sind im Westen des Landes angesiedelt. Die islamische Republik wird regelmäßig von schweren Erdbeben erschüttert. Im Jahr 2003 starben 30.000 Menschen, als ein Beben der Stärke 6,6 die Region Bam traf.