Heißes Berliner Derby

Starke Aktion: Union-Spieler verhindern Platzsturm

© Bongarts/Getty Images, Bongarts, JACK

2. November 2019 - 22:58 Uhr

Respekt an die Spieler von Union Berlin. Sie haben nach dem Derby gegen Hertha BSC durch beherztes Eingreifen einen Platzsturm verhindert. Einige maskierte Chaoten waren nach dem Abpfiff über die Blockabsperrung geklettert und im Begriff, Dummheiten anzustellen.

02.11.2019, Berlin: Fußball: Bundesliga, 10. Spieltag: 1. FC Union Berlin - Hertha BSC in der Alten Försterei. Unions Christopher Lenz und Unions Rafal Gikiewicz beruhigen vermuimmte Fans ihres Vereins nachdem die Hertha-Fans Pyrotechnik auf das Spie
Spieler von Union Berlin stellen sich den Störern entgegen.
© dpa, Britta Pedersen, hpl

Gentner: Versucht zu vermitteln

"Wir haben gesehen, dass sich da eine Gruppe bildet. Wir haben einfach versucht zu vermitteln, damit es keine Ausschreitungen gibt. Sonst haben wir hier nur Verlierer", sagte Union-Spieler Christian Gentner, der mit einigen seiner Mannschaftskollegen auf die Störer zugegangen war. Ob er keine Angst vor den Vermummten hatte? "Wir sind froh. Uns würden die sowieso nicht attackieren. Wie ich die Union-Familie kennengelernt habe, geht alles in eine Richtung, also war gar keine Angst dabei." Siegtorschütze Sebastian Polter meinte: "Es ist unsere Pflicht, die eigenen Fans auch vor Dummheiten zu beschützen."

Eine Leuchtrakete sei während der ersten Halbzeit einen Meter neben seinen beiden Kindern und seiner Freundin auf der Haupttribüne eingeschlagen. "Wenn man weiß, dass die eigenen Kinder getroffen werden könnten, wünscht man das keinem - weder blau-weiß oder rot-weiß", sagte der Stürmer, dessen Familie das Spiel in der Folge lieber  von drinnen verfolgte. "Es sind Idioten, die sowas irgendwo hinzünden."

Das Spiel gewann Union. Hier geht es zu allen Partien des Spieltags.

Sport Bilder des Tages 02.11.2019, xkvx, Fussball 1.Bundesliga, Union Berlin - Hertha BSC Berlin emspor, v.l. Hertha BSC Berlin Fans schiessen eine Leuchtrakete in die Haupttribuene / Pyro / Pyrotechnik / Feuer / Rauch / Qualm / Zuschauer / Fans Unio
Hier landet ein Leuchtfeuer mitten im Block.
© imago images/Jan Huebner, Jan Huebner/Voigt via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Spiel-Abbruch drohte

Erstmals spielten Union und Hertha BSC in der Bundesliga gegeneinander - und einige Idioten versauten schon während des Spiels beinahe die gesamte Show. Nachdem wiederholt Pyro-Rakten aus dem Gäste-Bereich auf dem Spielfeld, gefährlich nah an der Union-Bank und auch in den Blöcken gelandet waren, unterbrach Schiedsrichter Deniz Aytekin in Halbzeit zwei das Spiel. Erst nach etwa fünf Minuten ging es weiter. Schon vor der Partie hatten Hertha-Fans vereinzelt gezündelt. 1500 Polizisten waren wegen des Spiels im Einsatz. Im Stadion wurde kein Alkohol ausgeschenkt.

02.11.2019, Berlin: Fußball: Bundesliga, 10. Spieltag: 1. FC Union Berlin - Hertha BSC in der Alten Försterei. Unions Neven Subotic (M) führt den Ball während im Hintergrund Hertha Fans Pyrotechnik zünden. Links läuft Schiesrichter Deniz Aytekin, der
Im Hintergrund brennt der Hertha-Block lichterloh.
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Referee in Kontakt mit Polizei

"Ich verstehe die Emotionen, aber das geht über die Grenzen hinaus", sagte Hertha-Coach Ante Covic. Referee Aytekin meinte: "Die oberste Priorität war, das Spiel zu Ende zu bringen. Wir waren in Kontakt mit der Polizei. Mir ging es um die Sicherheit der Spieler. Das Wichtigste ist, dass keiner verletzt ist. Das hat mit Fußball nichts zu tun." Union-Trainer Urs Fischer sagte über die Rakete, die bedrohlich nah an der Bank der Heimmannschaft gelandet war: "Ich habe es gesehen und habe versucht, ihr auszuweichen. Aber alle behielten die Ruhe. Alles fand in einem ruhigen Austausch statt. Der Schiedsrichter hat seinen Teil dazu beigetragen, dass es ohne Zwischenfälle ablief."

Verfahren eingeleitet

Die Polizei hat ein Strafermittlungsverfahren eingeleitet, wie die Behörde am Abend mitteilte. Aufgrund festgestellter Straftaten, unter anderen wegen des Einsatzes von Pyrotechnik, würden nun die nächsten Schritte erfolgen.