Neue Details aus Chemnitz

Starb Daniel H. wegen Streits um Koks?

Nach Daniel H. wurde in Chemnitz ein Mahnmal für den toten Daniel H. errichtet.
Nach Daniel H. wurde in Chemnitz ein Mahnmal für den toten Daniel H. errichtet.
© imago/Michael Trammer, Michael Trammer, imago stock&people

14. Februar 2019 - 18:58 Uhr

Aufmarsch und Ausschreitungen

Im vergangenen Sommer machte Chemnitz bundesweit Schlagzeilen. Rechte marschierten durch die Stadt, es kam zu Ausschreitungen. Sie waren aufgebracht, weil der 35-jährige Daniel H. erstochen wurde. Nun kam heraus, wie der Deutsch-Kubaner starb. Demnach soll es um Kokain gegangen sein.

Wollte der Tatverdächtige Koks kaufen?

Gegen drei Uhr nachts soll der Iraker, Farhad A., Daniel H. angesprochen und nach einer "Karte" gefragt haben. Er fasste sich demnach dabei an die Nase und atmete hörbar ein, spielte also auf das Schnupfen von Kokain an. Danach soll er das spätere Opfer umarmt und etwas mit ihm besprochen haben. Daniel H. habe ihm dann zu verstehen gegeben haben, er solle verschwinden, heißt es. Daraufhin soll A. ihn geohrfeigt haben. Nach den folgenden Handgreiflichkeiten fiel A. dann zu Boden. Der Syrer, Alaa S., kam hinzu. Beide haben dann angeblich auf H. eingestochen.

Droge bei Daniel H. nachgewiesen

Bereits im Dezember erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Syrer Alaa S. –  der andere Verdächtige, Farhad A., ist flüchtig. Er dürfte sich ins Ausland abgesetzt haben. "Süddeutsche Zeitung", "NDR" und "WDR" berichten nun, dass Farhad A. an dem Abend unter Kokain-Einfluss gestanden haben soll. Auch bei Daniel H. seien geringe Spuren der Droge nachgewiesen worden.

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Anklageschrift wird überprüft

Die Anschuldigungen stützen sich laut den Medien vor allem auf die Aussagen eines Zeugen, der die Tat aus etwa 50 Metern Entfernung gesehen haben soll. Dieser Zeuge wurde nach eigener Aussage von verschiedenen Seiten bedroht, unter anderem von Bekannten des Angeklagten Alaa S. Die Anklageschrift gegen S. liegt derzeit beim Amtsgericht Chemnitz, das in Kürze entscheiden will, ob es die Anklage zulässt. Das Verfahren könnte dann Mitte März beginnen.