Die Sci-Fi-Saga komplett bei Disney+

"Star Wars" kurz erklärt: Worum geht's in der Saga eigentlich?

20. Mai 2020 - 10:49 Uhr

Das große „Star Wars“-Finale: Der Riesen-Hype um eine Riesen-Saga

Nerds der Erde vereinigt euch! Am 19. Dezember startete der neunte und (vermutlich) letzte Teil der "Star Wars"-Saga in den Kinos. Seit dem 4. Mai, dem "Welt-Star-Wars-Tag" ist der Film auch beim Streaming-Dienst Disney+ verfügbar und vervollständigt die Saga auf der Plattform. In dem Blockbuster kämpft wieder einmal das Gute gegen das Böse - der Widerstand gegen die erste Ordnung unter Darth Vader-"Nachfolger" Kylo Ren (Adam Driver). Aber was genau ist "Star Wars" und warum zieht die Filmreihe so viele Menschen weltweit in ihren Bann? Hier finden Sie kurz und knapp die wichtigsten Infos, damit Sie beim Nerd-Talk nicht außen vor bleiben.

Von Finn Tönjes

Wo fange ich an? Das Wichtigste vorab: "Star Wars" und "Star Trek" sind grundverschieden! Es trifft jeden Fan ins Herz, wird seine Sci-Fi-Leidenschaft mit einem billigen Abklatsch vertauscht (nennen wir das Kind beim Namen: "Star Wars" ist 1.000-mal besser als "Star Trek").

„Es war einmal vor langer Zeit…“

"…in einer weit, weit entfernten Galaxis" – so beginnt jeder "Star Wars"-Film und doch scheinen sie in der Zukunft zu spielen. Vor langer Zeit hat die Saga begonnen. 1977 kam der erste "Krieg der Sterne"-Film in die Kinos. "Eine neue Hoffnung" legte den Grundstein für die legendäre Filmreihe. George Lucas ist das Genie hinter dem Film.

Was ist „Star Wars“? Die Saga kurz erklärt

Star Wars Logo
Das Logo der „Star Wars"-Reihe
© Imago, Mary Evans

Kurz und knapp: Es geht um den Kampf zwischen Gut und Böse, der "hellen Seite" und der "dunklen Seite". Die Jedi sind die Kämpfer für das Gute. Ihnen stehen die "Sith" und andere Anhänger der dunklen Seite gegenüber. Während die Jedi für die Galaktische Republik und die Freiheit kämpfen, treten ihre Kontrahenten als Tyrannen auf, die die freien Menschen unterjochen und eine Diktatur errichten wollen.

An sich simpel, oder? Leider nicht ganz. "Titanic" wäre schließlich auch nicht damit erklärt, würde man lediglich erzählen, dass ein Kreuzfahrtschiff gegen einen Eisberg knallt und es zu wenig Rettungsboote gibt.

Bei „Star Wars“ ist Erscheinungsjahr nicht gleich Reihenfolge

Wer sich schon mal mit "Star Wars" auseinandergesetzt hat, hat wohl bemerkt, dass jeder Film eine "Episode" darstellt. Aber Vorsicht vor dem Irrglauben, dass der älteste Film automatisch der Beginn der Saga ist. Hier wird es schon etwas komplizierter.

Kurz gesagt: Die erste Trilogie kommt in der Reihenfolge als zweites dran. Heißt: Die Filme aus den Jahren 1977, 1980 und 1983 nehmen die Plätze vier, fünf und sechs ein. Die Filme, die um die Jahrtausendwende herum gedreht wurden, stellen den Beginn der Geschichte dar. Aber hey: die letzten drei Teile, die Disney produziert hat, sind auch in der Chronologie die letzten drei.

Wir beginnen chronologisch mit Episode 1. Sie spielt in der Galaktischen Republik, regiert durch einen Kanzler.

Skywalker, Kenobi, hä?!

Wichtigster Charakter der ersten sechs Teile ist Anakin Skywalker. Geboren auf einem Wüsten-Planeten wird er von Jedi (das ist die Mehrzahl) entdeckt. Zunächst auf der guten Seite wird er vom Jedi-Lehrer (dem sogenannten Jedi-Meister) Obi-Wan Kenobi trainiert. Anakin soll der Auserwählte sein, der die bösen Sith vernichtet und Frieden in die Galaxis einkehren lässt. Klingt an sich super, die Umsetzung verläuft maximal unglücklich.

Denn Anakin verliebt sich in eine junge Politikerin, gespielt von Natalie Portman. Jedi ist es verboten, Beziehungen einzugehen. Das wissen beide, aber gehen trotzdem eine Affäre ein, heiraten und erwarten schließlich Kinder. Da beginnt Anakins langsamer Wandel zur Dunklen Seite der Macht. Der Kanzler der Republik ist im Geheimen ein Sith-Lord, also einer der Bösen, der Anakin dazu bewegen möchte, die Seiten zu wechseln. Während des Umgarnens seitens des Kanzlers blickt Skywalker (ungewollt) in die Zukunft und erfährt, dass seine Frau während der Geburt sterben wird. Um das zu verhindern, vertraut er sich der dunklen Seite an – und wird zu Darth Vader. Jeder der Bösen kriegt so einen lässigen neuen Namen.

"Ich bin dein Vater!" Mit diesem Satz wurde Darth Vader zur Ikone
"Ich bin dein Vater!" - Mit diesem Satz wurde Darth Vader zur Ikone.
© Imago, Mary Evans

Von Anakin Skywalker zu Darth Vader: Aus Mensch wird Roboter

Anakin, nunmehr Darth Vader, wendet sich gegen die Jedi. Er verfolgt und tötet sie, während der Sith-Kanzler die Politik auf seine Seite zieht. In einem Showdown kämpfen Anakin und Obi-Wan auf einem Lava-Planeten gegeneinander. Es endet damit, dass der frühere Schüler gegen seinen Meister verliert und Feuer fängt. Aber er stirbt nicht! Der Kanzler, der sich mittlerweile zum Diktator gemausert hat, findet ihn rechtzeitig auf. Damit Anakin überlebt, muss er eine dauerhafte Rüstung tragen. Dadurch wird er zu einer Maschine und erhält sein berüchtigtes Aussehen. Und damit geht auch das sympathisch-asthmaänhliche Atmen einher.

Zeitgleich stirbt seine Frau bei der Geburt der beiden Kinder, Luke und Leia. Beide wachsen getrennt voneinander bei Adoptiveltern auf.

„Krieg der Sterne“ („Star Wars“-Episode 4) spielt mehrere Jahrzehnte später

Leia und Luke in der ersten Trilogie der „Star Wars“-Saga
Leia und Luke in der ersten Trilogie der „Star Wars“-Saga
© imago, United Archives

In der Galaxis herrscht mittlerweile Krieg. Das Imperium kämpft gegen die Rebellen. Leia tritt in die Fußstapfen ihrer Mutter und wird Politikerin. Luke lebt auf dem Wüstenplaneten, auf dem sein Vater aufgewachsen ist. Obi-Wan lebt quasi "nebenan" und überwacht sein Aufwachsen. Sie knüpfen engeren Kontakt und Luke macht sich mit der Macht vertraut. Obi-Wan ist sein Lehrer. Sie wollen gemeinsam mit dem Schmuggler Han Solo (Harrison Ford) und dem Wookie Chewbacca (ein etwas zu groß geratener Bobtail mit brauner Färbung) zum Planeten Alderaan. Immer mit im Gepäck: Die Droiden R2D2 (ausgesprochen Er-zwo-De-zwo) und C3-PO. Nur blöd, dass der Zielplanet kurz zuvor vernichtet wurde. Und zwar vom Todesstern, einer gewaltigen Raumstation, die tödliche Schüsse abfeuern kann. Der Todesstern ist quasi der Flughafen BER von Star Wars – riesig, hat einige Schwachpunkte, aber die Grundidee ist gut.

Um es kurz zu machen: Die Rebellen zerstören die Todessterne. Denn im Laufe der Filme baut das Imperium nicht nur einen, sondern nach der Zerstörung noch einen zweiten. Im finalen Kampf zwischen Luke und dem Imperator wechselt Darth Vader wieder auf die helle Seite der Macht um seinen Sohn zu verteidigen. Dabei wird Darth Vader schwerverletzt und stirbt in den Armen Lukes. Währenddessen feiert die Galaxis das Ende der Tyrannei.

"Viel zu lernen du noch hast!" Yoda auf dem Rücken von Luke Skywalker
"Viel zu lernen du noch hast!" - Yoda auf dem Rücken von Luke Skywalker
© imago, United Archives

Dann übernahm Disney „Star Wars“

Ursprünglich ist damit die Saga beendet. Doch Disney kaufte die Filmrechte von George Lucas und begann eine dritte Trilogie. Sie spielt nach dem Tod Darth Vaders. Die Galaxis befindet sich wieder im Krieg. Anhänger des Imperiums (die sogenannte "Erste Ordnung") wollen die alte Struktur zurück. Die neue Republik kämpft dagegen an. Anführer der Ersten Ordnung ist Kylo Ren, bürgerlich Ben, Sohn von Han Solo und Leia (ja, die beiden hatten nicht nur im echten Leben was, sondern auch auf der Leinwand).

Auf der guten Seite steht eine junge Frau namens Rey und ihr Begleiter Finn (guter Name). Nach wie vor mit dabei: R2-D2 und C3-PO. Nach langer Suche findet sich Anakin Skywalker, der ins Exil ging. Er trainiert Rey in der Jedi-Kunst. Und damit enden wir hier: Im letzten Teil der Saga stehen sich die Heldin und Kylo Ren gegenüber. Und mit ihnen steht oder fällt die Freiheit in der Galaxis.

„Star Wars“-Nerd-Facts zum Beeindrucken

  • Die Produktion ließ zunächst nicht vermuten, dass der Film derart erfolgreich sein würde. George Lucas erlitt während des Films sogar einen Schwächeanfall und auch die Schauspieler kritisierten mehrfach die Dialoge.
  • Das Geräusch der imperialen Raumschiffe wurde dadurch erstellt, dass Töne trötender Elefanten mit über eine nasse Autobahn fahrende Autos gemischt wurde.
  • Samuel L. Jackson verkörpert in Star Wars den Jedi Mace Windu. Auf seinem Lichtschwert stand eingraviert "Bad Motherf*cker".
  • Harrison Ford wollte, dass sein Charakter schon im sechsten Teil stirbt – er musste bis zum siebten Teil warten, ehe es soweit war.
  • "Ich bin dein Vater" ist wohl der bekannteste Satz aus der Saga. Bis zum Drehtag wussten lediglich drei Personen von der Zeile. Selbst das Drehteam wusste nichts von dem berühmten Satz - damit es möglichst bis zur Veröffentlichung ein Geheimnis bleibt.