Premiere seines neuen Films „Der goldene Handschuh“

Star-Regisseur Fatih Akin: Dunkle Gestalten ziehen ihn an

22. Februar 2019 - 20:21 Uhr

„Verlorene Seelen sind mir immer sehr nah gegangen, schon als Teenager“

Vier Frauenmorde, brutal, ekelerregend und filmreif, die Verbrechen des Hamburger Frauenmörders Fritz Honka auf St. Pauli haben den Regisseur Fatih Akin (45) so fasziniert, dass er nicht anders konnte, als die Geschichte zu verfilmen. Zur Premiere seines ersten Horrorfilms "Der goldene Handschuh" spricht er über das eintauchen ins Kiez-Millieu und das Übel mit dem Alkohol im Video.

Der Frauenmörder von St. Pauli

Fritz Honka ist eine düstere Berühmtheit in Hamburg. In den 70ern hat er seine Opfer aus der Kiez-Kneipe "Zum Goldenen Handschuh" abgeschleppt und sie anschließend in seiner Wohnung zersägt. Die Kneipe ist schon lange ein Sammelbecken für gescheiterte Existenzen. Der Laden gehört zu den dunklen Kaschemmen abseits der Reeperbahn, in denen sich zum Teil hoffnungslose Säufer, betagte Huren oder Ex-Knackis treffen.

Fritz Honka arbeitete damals als Nachtwächter und hatte durch einen Verkehrsunfall ein entstelltes Gesicht. Der kleine, schielende Mann zerstückelte seine Opfer mit einer Säge und bewahrte die Leichenteile einiger Frauen monatelang auf dem Dachboden seines Wohnhauses in Hamburg-Altona auf. Nur weil eine Kerze im zweiten Stock des Hauses ein Feuer auslöste, wurden bei den Löscharbeiten die Frauenleichen entdeckt.

Honka lebte nach seiner Haft fünf Jahre unerkannt in Freiheit

Fritz Honka wurde 1976 wegen Mordes und Totschlags - begangen im Zustand verminderter Schuldfähigkeit - zu insgesamt 15 Jahren Haft verurteilt danach lebte er unter anderem Namen unerkannt in einem Altenheim und starb 1998 in einem Hamburger Krankenhaus.

Hamburger Polizei zeigt Tatortfotos aus Fritz Honkas Wohnung

In den Film-Hype rund um die Geschichte des Hamburger Serienmörders Fritz Honka ist auch die Polizei eingestiegen. Im Polizeimuseum der Hansestadt sind die Originalrequisiten zu diesem spektakulären Fall der jüngeren Hamburger Kriminalgeschichte ausgestellt. Hier können Besucher die originale Tatortskizze, Fotos aus der Spurenmappe, Bekleidung der Opfer sowie die Säge Honkas, anschauen und sich ordentlich gruseln.