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Stanislaw Tillich widerspricht Merkel: "Der Islam gehört nicht zu Sachsen"

Stanislaw Tillich widerspricht Merkel: "Der Islam gehört nicht zu Sachsen"

Pegida-Demo in Leipzig.
Die Pegida-Bewegung findet in Sachsen große Zustimmung.
REUTERS, HANNIBAL HANSCHKE

Sachsens Ministerpräsident gibt umstrittenes Interview

Angela Merkel gibt sich in diesen Tagen offensiv. Sie sei der Meinung, der Islam gehöre zu Deutschland. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich widersprach der Aussage seiner Parteichefin nun in einem Interview mit der Zeitung 'Welt am Sonntag'. Er teile diese Meinung nicht. "Muslime sind in Deutschland willkommen und können ihre Religion ausüben. Das bedeutet aber nicht, dass der Islam zu Sachsen gehört."

Der Politiker forderte von muslimischen Verbänden, sich klar zum europäischen Wertekanon zu bekennen. Dies sei besonders nach den Attentaten in Frankreich wichtig. Die Verbände müssten "klar formulieren, dass es sich um einen Missbrauch ihrer Religion handelt." Der Zentralrat der Muslime hatte allerdings noch am Tag des Anschlags in Paris eine Mitteilung auf der Internetseite veröffentlicht. "Es gibt in keiner Religion und keiner Weltanschauung auch nur einen Bruchteil einer Rechtfertigung für solche Taten", heißt es darin.

Tillich befürwortet Zuwanderung von Facharbeitern

Im alltäglichen Leben erkannte Tillich den Integrationswillen vieler Muslime an. "Die meisten Muslime haben sich ja den Werten unserer Gesellschaft geöffnet und leben danach." Zudem habe Sachsen ein Demographie-Problem. "Wir müssen mehr Ausländer ins Land holen. Gerade der Osten braucht mehr Zuwanderung." Tillich gab an die Gesetze für die Bluecard für ausländische Fachkräfte ändern zu wollen und die Zuwanderung erleichtern.

Wie die Pegida-Bewegung auf diese Aussagen reagieren wird, bleibt fraglich. Gerade in Sachsen ist die Bewegung stark, während in anderen Großstädten immer mehr Gegendemonstranten auf der Straße sind als Pegida-Anhänger. Tillich erklärte im Interview, den Dialog mit den Demonstranten suchen zu wollen. Allerdings bezeichnete er einige Parolen auch als "abstoßend".