Standard & Poor's stuft Rettungsschirm EFSF ab

Die Herabstufung des Euro-Rettungsschirms durch die Ratingagentur Standard & Poor's könnte die Handlungsfähigkeit bei der Geldbeschaffung einschränken.
Die Herabstufung des Euro-Rettungsschirms durch die Ratingagentur Standard & Poor's könnte die Handlungsfähigkeit bei der Geldbeschaffung einschränken.
© dpa, Justin Lane

10. Februar 2016 - 12:36 Uhr

S&P entzieht Euro-Rettungsschirm Bestnote

Die Ratingagentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit des Euro-Rettungsschirms EFSF abgestuft. S&P senkte das Rating von der Bestnote 'AAA' auf 'AA+', wie der Fonds in Luxemburg mitteilte. Dieser Schritt war nach der Abstufung - unter anderem von Frankreich - erwartet worden.

Der EFSF wies unmittelbar nach Bekanntgabe der Entscheidung von S&P darauf hin, dass die beiden anderen Bonitätswächter, Moody's und Fitch Ratings, den Fonds weiterhin mit dem Spitzenrating bewerteten. "Keine der beiden Ratingagenturen hat irgendeine Entscheidung über den EFSF in unmittelbarer Zukunft angekündigt", hieß es in einer Mitteilung.

EFSF-Chef Klaus Regling unterstrich die Handlungsfähigkeit des Fonds. Dieser verfüge über ausreichende Mittel, um den Verpflichtungen nachzukommen. Die Bundesregierung hatte bereits vor der Abstufung betont, die Finanzierung des Fonds sei sicher. Es müsse sich nichts am Volumen des Hilfsfonds ändern.

Schäuble: Keine höheren Absicherungen benötigt

Nachdem Frankreich am Freitag seine Topnote bei S&P verloren hatte, haben nur noch vier Euro-Staaten - neben Deutschland die Niederlande, Finnland und Luxemburg - die Bestnote. Daher war erwartet worden, dass der EFSF sein 'AAA'-Top-Rating verliert. Dies könnte die Handlungsfähigkeit bei der Geldbeschaffung einschränken.

Möglicherweise kommen auf den Fonds für das leicht höher eingeschätzte Risiko auch leicht höhere Zinszahlungen an Investoren in EFSF-Anleihen zu. Um das zu verhindern, müsste entweder der Umfang möglicher Hilfskredite reduziert werden oder die Euro-Länder müssten den Fonds mit höheren Garantien absichern. Spannung verspricht, zu welchen Konditionen sich der der EFSF zukünftig finanzieren kann.

Aus Sicht der Bundesregierung muss sich durch den Bonitätsverlust nichts am Volumen des EFSF ändern. "Es gibt keinerlei Handlungsbedarf", erklärte ein Regierungssprecher in Berlin. Schon gar nicht beim dauerhaften Rettungsschirm ESM, der bereits im Juli und damit ein Jahr früher starten soll, und wegen seiner anderen Finanzierungsstruktur mit Barkapital robuster aufgebaut ist.

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sieht keine Notwendigkeit für höhere Absicherungen. "Für das, was der EFSF in den nächsten Monaten an Aufgaben hat, reicht der Garantierahmen bei weitem aus", sagte er im Deutschlandfunk. Das S&P-Urteil zweifelt Schäuble aber an. "Ich glaube nicht, dass Standard & Poor's wirklich begriffen hat, was wir in Europa schon auf den Weg gebracht haben."