"Das ist aber noch nicht genug"

Stalking-App des Weißen Rings rund 20.000 Mal runtergeladen

20.02.2018, Kinder und Familie, (Modelreleased). Symbolbild: Frau wehrt sich gegen Mobbing. 20.02.2018, Kinder und Fami
20.02.2018, Kinder und Familie, (Modelreleased). Symbolbild: Frau wehrt sich gegen Mobbing. 20.02.2018, Kinder und Fami
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25. Dezember 2020 - 11:05 Uhr

Dunkelfeld von Betroffenen „riesengroß“

Die Stalking-App des Weißen Rings ist inzwischen rund 20.000 Mal heruntergeladen worden. "Das ist aber noch nicht genug", sagte der Vorsitzende der Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer und ihre Familien, Jörg Ziercke, der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Rund 18.000 bis 19.000 Stalking-Straftaten seien in der Polizei-Statistik registriert, aber nur in einem Prozent davon komme es zu Verurteilungen. Das Dunkelfeld sei zudem "riesengroß". Schätzungen gingen von mindestens 200.000 bis 300.000 Fällen aus.

App sammelt Beweise für die Strafverfolgung

Die App soll Stalking-Opfern helfen, sich zu schützen und zugleich Beweise für die Strafverfolgung zu sammeln. Dem Strafgesetzbuch zufolge müsse die Beharrlichkeit des Nachstellens gegeben sein, also mindestens fünf, sechs Handlungen, sagte Ziercke.

Das Aufbauen eines psychischen Drucks, Hinterherrufen und Schreie: Mit der No Stalk App lasse sich alles in Foto, Video und Sprache sofort aufnehmen. Dabei könnten auch Zeugen aufgenommen werden oder die eigene Verfassung dokumentiert werden. Jede dieser Aufnahmen bekomme automatisch eine digitale Orts- und Zeitangabe, werde sofort verschlüsselt, dann an einen externen Server übersandt, und anschließend auf dem Handy des Opfers gelöscht. "Dem Täter bringt es nichts, sich in den Besitz des Handys zu bringen."

Solche ersten Handlungen könnten ausreichen, um bei der Polizei Anzeige wegen des Verdachts des Stalkings zu erstatten. Die Opfer müssten zunächst die Polizei überzeugen, dass eine Gefährdung vorliege. "Damit haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht." Die Beamten könnten die Gefährder dann ansprechen und auffordern, ihr Verhalten zu unterlassen. "In 70 bis 80 Prozent hört der Stalker auf, seine Ziele weiter zu verfolgen."