Städte wachsen weiter - immer mehr Metropolen

In einigen Städten - darunter Brüssel und Dubai - stellten Migranten schon heute mehr als die Hälfte der Einwohner.
In einigen Städten - darunter Brüssel und Dubai - stellten Migranten schon heute mehr als die Hälfte der Einwohner.
© dpa, Jan Woitas

28. Oktober 2015 - 8:48 Uhr

2050 werden 6,4 Milliarden Menschen in Städten leben

Ob New York, London oder Berlin: Immer mehr Menschen leben in Städten, und immer mehr Stadtbewohner sind Migranten. Bis zum Jahr 2050 werden nach Schätzungen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) weltweit 6,4 Milliarden Menschen in Städten leben - 2,5 Milliarden mehr als heute. Regierungen und Behörden müssten deshalb die Zuwanderung in urbane Zentren bei ihren Entwicklungsplänen viel stärker berücksichtigen und Migranten besser integrieren, fordert die IOM in ihrem am 'Weltmigrationsbericht 2015'."Das hohe Tempo der Verstädterung sowie die zunehmende Migration in die Städte bergen sowohl Risiken als auch Chancen für die betroffenen Migranten, Kommunen und Regierungen", heißt es in dem Bericht, der alle zwei Jahre aktualisiert wird und sich diesmal schwerpunktmäßig Migranten in Städten widmet.

Bereits heute leben laut IOM 54 Prozent der Weltbevölkerung in Städten, und immer mehr Stadtbewohner sind Migranten. Derzeit würden 232 Millionen Menschen außerhalb ihrer Geburtsländer leben. 740 Millionen seien Migranten innerhalb ihrer Heimatstaaten.

Der größte Teil des Wachstums der globalen Stadtbevölkerung bis 2050 wird sich den Prognosen zufolge in Ballungszentren von Ländern mit niedrigen bis mittleren Einkommen in Asien und Afrika vollziehen. In vielen Metropolen industrialisierter Staaten, etwa in Sydney, London oder New York, würden Migranten bereits jetzt ein Drittel der Einwohner ausmachen. In einigen Städten - darunter Brüssel und Dubai - stellten sie sogar mehr als die Hälfte.

"Verstärkte Migration ist unvermeidlich"

Versuche zur Eindämmung der Wanderungsbewegungen von Menschen seien aussichtslos, heißt es in dem IOM-Bericht. "Verstärkte Migration in urbane Zentren ist angesichts der globalen Realitäten unvermeidlich: eine immer älter werdenden Bevölkerung, ein langsames sowie zwischen verschiedenen Regionen und Ländern ungleiches Wirtschaftswachstum sowie die Instabilität von Klima und Umwelt." Zugleich sei die Migration ein starker wirtschaftlicher Wachstumsfaktor.

Zuwanderung und der Umgang damit müsse deshalb "ein vorrangiges Thema für städtische Planungen und nachhaltige Entwicklung sein". Viele Städte und kommunale Verwaltungen würden jedoch die Zuwanderung nicht oder nicht ausreichend in ihre Entwicklungspläne einbinden. Damit wachse die Gefahr gesellschaftlicher Spaltung.