Stadtarbeiter pinseln kurzerhand Parkverbot um Wagen

11. Februar 2013 - 9:43 Uhr

„Du siehst das und kannst es nicht glauben“

Plötzlich wurde die israelische Studentin Hila Ben-Baruch aus Tel Aviv zur Falschparkerin – dabei hatte sie ihr Auto völlig legal und ordnungsgemäß geparkt. Doch trotzdem wurde es abgeschleppt, denn Stadtarbeiter hatten kurzerhand ein Parkverbot um den Wagen gepinselt. Glücklicherweise konnte die junge Frau ein Beweisvideo ergattern.

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In Deutschland muss man sich alle zwei Tage versichern, dass kurzfristig kein Halteverbot eingerichtet wurde.

Völlig fassungslos musste die Studentin feststellen, dass der Wagen nicht mehr an seinem Platz stand, als sie nach einigen Stunden wegfahren wollte. Bei einem Telefonat mit der Stadtbehörde stellte sich heraus, dass der Wagen vom Abschleppdienst mitgenommen worden war, weil sie falsch geparkt hatte.

In Israel erregte die Geschichte viel Aufregung, mittlerweile hat sich Tel Avivs Bürgermeister Ron Huldai bei Ben-Barauch entschuldigt. Die vermeintliche Parksünderin sollte insgesamt 1.350 Schekel (270 Euro) Abschleppgebühr und Bußgeld zahlen! Doch die Geldstrafe wurde ihr jetzt erlassen, denn ein Beweisvideo zeigt ihre Unschuld.

Eine Sicherheitskamera hatte das Spektakel aufgenommen, und die Betreiberfirma händigte der Frau das Video aus. "Als ich das Video gesehen habe, wusste ich nicht, ob ich weinen oder schreien soll. Du siehst das und kannst es nicht glauben!", wird Ben-Barauch von 'The Times of Israel' zitiert. Sie überlegt sich jetzt, ob sie rechtliche Schritte gegen die Behörde einleiten soll. Zudem hat sie via Facebook dazu aufgerufen, sich gegen die Machenschaften der Stadt zu wehren.

Kann das in Deutschland auch passieren?

Ja, das könnte auch bei uns passieren! Sobald man irgendwo im öffentlichen Raum parkt, muss man sich alle zwei Tage versichern, dass kurzfristig kein Halteverbot eingerichtet wurde. Das geschieht nämlich häufiger als man denkt: zum Beispiel wegen eines Umzugs oder einer Tagesbaustelle. Offiziell heißt das "Nachschaupflicht".

ADAC-Experte Christian Schäfer sagt: "In Deutschland darf ein Auto 48 Stunden unbeobachtet stehen bleiben. (…) In Hamburg zum Beispiel, da ist jedes Bundesland anders, wird vier Tage vorher die Beschilderung aufgebaut, so dass man 96 Stunden Zeit hat, das Fahrzeug zu entfernen. Ist das nicht geschehen, wird das Fahrzeug kostenpflichtig abgeschleppt."

Unglücklich nur, wenn man dann gerade im Urlaub ist. Parken Sie also besser nicht auf der Straße, sondern fahren Sie den Wagen während Ihres Urlaubs ins Parkhaus - oder Sie gehen vorsichtshalber spätestens alle 48 Stunden nachschauen.