Stadionkonzept: Fanprojekt-Leiter rechnet mit Ultras-Boykott

Im Spielertunnel des Signal Iduna Parks hängt das Logo des BVB. Foto: Bernd Thissen/dpa/Symbolbild
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12. Juli 2020 - 14:30 Uhr

Die Pläne zu Bundesligaspielen mit Zuschauern sorgen nach Angaben des Dortmunder Fanprojektes für Probleme beim BVB. Nur teilweisen Zugang zu den Spielen für die Anhänger von Borussia Dortmund lehnen die Ultras des Fußball-Clubs laut Fanprojekt-Leiter Thilo Danielsmeyer ab. "Die aktive Fanszene wird dann wohl nicht ins Stadion gehen. Sie sagen ganz klar: Entweder alle oder keiner", sagte Danielsmeyer im "Reviersport"-Interview (Sonntag).

Wie die Zeitschrift berichtet, plane der BVB mit Spielen vor immerhin 25.000 Zuschauern. Die Westfalen haben aber weitaus mehr Dauerkarteninhaber. "Zunächst einmal muss ich sagen, dass der Verein sich wirklich große Mühe gibt, eine möglichst gute Lösung für möglichst viele Fans zu finden. Denn eins ist klar: Wenn nur 25.000 Fans statt über 80.000 ins Stadion können, kann es keine gerechte Lösung für alle geben", sagte Danielsmeyer.

Ihm bereiten die aktuellen Planspiele der Liga und der Clubs dennoch Sorgen. "Ich möchte, dass wir möglichst viel vom alten Fußball retten können. Der lebt nun mal von den Fans", sagte Danielsmeyer. "Fußball ist ja auch ein gesellschaftliches Ereignis. Wenn jetzt der Fan aus dem Sauerland nicht mehr mit seinen sechs Kumpeln zum Spiel kommen kann, sondern vielleicht nur noch mit zwei oder drei, dann ist das nicht dasselbe."

Quelle: DPA