Beamte wollten Streit schlichten

Nach Hantel-Attacke: Polizist erschießt 19-jährigen Asylbewerber

© dpa, Susanne Hellferich

20. August 2019 - 12:46 Uhr

Die Polizisten wurden offenbar angegriffen

Eigentlich wollte die Polizei in der Flüchtlingsunterkunft im niedersächsischen Stade nur einen Streit zwischen zwei Bewohnern schlichten, doch dann eskalierte die Situation. Einer der Männer attackierte die Beamten mit einer Hantelstange aus Eisen, teilte die Staatsanwaltschaft Stade mit. Nach mehreren Versuchen, den 19-jährigen Afghanen zu überwältigen, schoss ein Polizist mit seiner Dienstwaffe auf den Mann.

Die Beamten setzten zunächst Pfefferspray ein

Die Polizei war laut einer Mitteilung am Samstagabend gerufen worden, weil sich zwei Personen in einem Mehrfamilienhaus stritten. Weil die Polizei den 19-Jährigen schon von anderen Vorfällen kannte, schickte sie demnach vorsorglich zwei Streifenwagen zu dem Mehrparteienhaus.

Als die Beamten an der Wohnung des Krawallmachers eintrafen, setzten sie zunächst Pfefferspray ein, um ihn zu stoppen. Dies habe aber keine Wirkung gezeigt, hieß es. Dann sei der Mann mit einer Hantelstange auf die Polizisten losgegangen. Daraufhin habe ein Polizist auf den Angreifer geschossen. Der 19-Jährige wurde lebensgefährlich verletzt und starb trotz Notarzt-Einsatzes wenig später. Wie viele Schüsse abgegeben wurden, ist derzeit noch unklar.

Vorfall in Stader Flüchtlingsunterkunft wird untersucht

Die Beamten leiteten routinemäßig ein Ermittlungsverfahren wegen Totschlags ein. "Wir werden ein besonderes Augenmerk darauf richten, ob der Polizeibeamte in Notwehr gehandelt hat", sagte ein Sprecher.

Die Polizeiinspektion Cuxhaven hat die Ermittlungen in dem Fall übernommen. Die Ermittler versiegelten den Tatort und sicherten Spuren. Die fünf anderen Bewohner des Hauses wurden in anderen Unterkünften untergebracht.