"Wir gehen kleine Schritte mit Bedacht"

Staatskanzleichef Axel Wintermeyer über Hessens Weg aus dem Dauer-Lockdown

02. März 2021 - 22:44 Uhr

Wie geht es weiter für Hessen?

Am Mittwoch setzen sich die Ministerpräsidenten wieder mit Kanzlerin Merkel zusammen, um über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise zu beraten. Werden weitere Öffnungen kommen? Und wenn ja, wie weit kann man lockern, ohne die Infektionszahlen wieder in die Höhe zu treiben? Auch der Chef der hessischen Staatskanzlei, Axel Wintermeyer, muss sich momentan mit diesen Fragen beschäftigen. Unser Politik-Reporter Benjamin hat ihn in Wiesbaden zum Interview getroffen.

Wintermeyer warnt vor größeren Lockerungen

"Wir gehen kleine Schritte mit Bedacht, anstelle, dass wir Riesen-Schritte machen und stolpern", sagte der Chef der Staatskanzlei. So will sich die Landesregierung bei den Beratungen erneut für das Laden-Konzept "Click & Meet" stark machen, also Einzeltermine im Laden. Außerdem sollen sogenannte körpernahe Dienstleistungen mit strengen Hygieneauflagen angeboten werden.

Wenig Hoffnung macht der CDU-Politiker für die Gastronomie. Restaurants und Cafés hoffen auf zumindest geöffnete Außenbereiche. "Das geben die derzeitigen Zahlen nicht her. Letztes Jahr sind wir aus dem Lockdown ausgestiegen, da waren wir unter einer 10er-Inzidenz gewesen und jetzt sind wir bei 65", sagt Axel Wintermeyer, "Ich möchte auch Öffnungen persönlich, aber mein Verstand sagt mir, es ist zu früh dazu. Wir dürfen keine große dritte Welle bekommen im April."

Impfungen beim Hausarzt

ARCHIV - 19.01.2021, Hessen, Frankfurt/Main: Ein Arzt bereitet im hessischen Impfzentrum im Kongresszentrum Darmstadtium eine Dosis mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer für eine Impfung vor. (zu dpa: «Bis zu 50 000 Corona-Impfungen pro Tag in Hessen
Ab April sollen Impfstoffe auch über die Hausarztpraxen verteilt werden.
© dpa, Frank Rumpenhorst, fru exa rho sat jai chs

Bei den Corona-Schutzimpfungen gibt Wintermeyer die Perspektive, dass über die 28 hessischen Impfzentren hinaus auch demnächst in Praxen geimpft werden kann: "Spätestens im April werden wir Hausarzt-Praxis mit einsetzen müssen. Wir sind darauf vorbereitet, dass, wenn die Impfstoffe auch da sind, wir sie sofort in die Oberarme bekommen." Hierfür würden bereits Gespräche mit der Kassenärztlichen Vereinigung laufen.