Staatsakt für Genscher in Bonn

19. April 2016 - 12:24 Uhr

Gauck hatte die Zeremonie für Genscher angeordnet

Im ehemaligen Plenarsaal des Bundestags in Bonn hat der Staatsakt für den früheren Außenminister Hans-Dietrich Genscher begonnen. Der FDP-Politiker war am 31. März im Alter von 89 Jahren gestorben. Aufgrund seiner besonderen Verdienste hatte Bundespräsident Joachim Gauck den Staatsakt angeordnet. Diese Ehre wird einem Minister nur selten zuteil.

Staatsakt für Genscher in Bonn
In Bonn wird der ehemalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher mit einem Staatsakt verabschiedet.
© dpa, Rolf Vennenbernd

Außer Gauck sprachen unter anderem Genschers Nachfolger als Außenminister, Klaus Kinkel, sowie der frühere US-Außenminister James Baker. Insgesamt waren etwa 800 Gäste versammelt. Zu dem Staatsakt sind unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU), Bundesratspräsident Stanislaw Tillich (CDU), der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, und hochrangige Vertreter aus den Bundesländern gekommen. Außerdem sind der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz (SPD), sowie der frühere Bundespräsident Christian Wulff und Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) unter den geladenen Gästen.

Genscher war von 1969 bis 1974 Innenminister und anschließend bis 1992 Außenminister. Er gilt als einer der Architekten der deutschen Einheit. Der "ewige Außenminister" - wie man ihn nannte - wurde 1927 in Reideburg geboren, das seit 1950 zu Halle gehört. Begraben wird Genscher in seinem Wohnort Wachtberg bei Bonn. Die Beisetzung ist jedoch nicht mehr Teil des Staatsaktes, sondern privat.