St. Augustin: Knöllchen trotz Parkscheibe – Pink geht dem Gesetz zu weit

28. November 2018 - 15:02 Uhr

So geht Bürokratie

"Kurzsichtige und engherzige Beamtenwirtschaft, welche das Verständnis für die praktischen Bedürfnisse des Volkes gebricht", so definiert Mayers Konversationslexikon seit 1894 die Bürokratie. 124 Jahre später ist das noch immer ganz treffend, wie das Beispiel einer nicht ordnungsgemäßen Parkscheibe aus St. Augustin zeigt.

Elf Zentimeter breit und 15 hoch muss die Parkscheibe sein

Eine Autofahrerin bekam dort ein Knöllchen, weil ihre Parkscheibe pink und nicht blau war. Und nur mit blauen Parkscheiben ist es dem deutschen Autofahrer (und der deutschen Autofahrerin) gestattet, die Parkdauer öffentlich mitzuteilen. Das sagt die Straßenverkehrsordnung, das ist geltendes Recht. Und was eine nicht blaue Parkscheibe anzeigt, ist null und nichtig.

Das korrekte Aussehen der Parkscheibe ist in mehreren Paragrafen genau festgelegt, zusammengefasst: im Großen und Ganzen blau, das Ding mit den Zahlen weiß, elf Zentimeter breit soll sie sein, 15 hoch. Vorne dürfen weder Werbung noch Verzierungen drauf sein.

"Einfach nur lächerlich"

Was bei diesen ausgeklügelten Vorschriften dann doch überrascht: Wer Talent zum Basteln hat, kann sich selbst eine Parkscheibe bauen. Zum Material gibt es keine Regeln. Dieses ließe sich im Falle eines Falles auch gar nicht mit absoluter Sicherheit überprüfen, denn die Parkscheibe wird ja im Inneren des Autos platziert, gut sichtbar für die Damen und Herren, die von Amts wegen zum Überprüfen des korrekten Parkvorganges vorbeischauen.

Die Einstellung der Zeit erfolgt übrigens halbstündlich, aber zu Gunsten des Parkenden. Wer um 10:15 Uhr sein Auto abstellt, darf als Ankunftszeit 10:30 angeben. Das ist überhaupt kein Problem. Solange die Parkscheibe nicht pink ist. Das weiß jetzt auch die ertappte Autofahrerin. Was sie zu der ganzen Sache sagt, sehen Sie im Video.