Nach Shitstorm

Sri Lanka: Abgemagerter Elefant (70) muss nicht mehr bei Parade mitlaufen

© Save Elephant Foundation

16. August 2019 - 9:49 Uhr

Elefantendame in Sri Lanka: Unter dem Gewand war sie nur noch Haut und Knochen

Jahrelang musste die Elefanten-Dame Tikiri auf dem Perahera Festival in Sri Lanka arbeiten. Schön geschmückt lief sie mit anderen Tieren und Tänzern auf der Parade mit, doch die bittere Realität versteckte sich unter ihrem Gewand: Bis auf die Knochen ist das Tier abgemagert. Nach einem heftigen Shitstorm wurde sie jetzt von dem Festzug zurückgezogen.

Sri Lanka: Besucher des Festivals lassen sich von Elefanten segnen

Es sind herzzerreißende Fotos von der Elefanten-Dame, die die Stiftung "Save Elephant Foundation" geteilt hat, um auf die schlimme Situation von Festival-Elefanten aufmerksam zu machen: "Tikiri nimmt jeden Abend früh bis spät in die Nacht an der Parade teil, zehn aufeinanderfolgende Nächte, inmitten des Lärms, des Feuerwerks und des Rauches", sagte die Stiftung.

"Sie läuft jede Nacht viele Kilometer, damit sich die Menschen während der Zeremonie gesegnet fühlen," erklären sie weiterhin. Doch während die Menschen sich von den Elefanten segnen lassen, sehen sie erstmal nur die glitzernden Gewände, nicht aber den knochigen Körper des Tieres.

Elefant in einem Gewand
Das Kostüm verdeckt die anstrengende Realität ab: Bis auf die Knochen ist das Tier abgemagert
© Save Elephant Foundation

"Save Elephant Foundation" kümmert sich um misshandelte Elefanten

Schätzungen von "World Animal Protection" zufolge, werden in ganz Asien 3.000 Elefanten zur Unterhaltung eingesetzt, von denen 77 Prozent unmenschlich behandelt werden. Hinzu kommt, dass Millionen Menschen jedes Jahr nach Asien reisen und an Touristenattraktionen teilnehmen, wo sie Elefanten reiten, ihnen zusehen können, wie sie Tricks aufführen oder sie füttern. Dabei werden die meisten Tiere nicht artgerecht behandelt. Dagegen versucht die Organisation seit Jahren anzugehen und auf das Leid der Tiere aufmerksam zu machen. So forderte die Organisation auch die Zuschauer auf, an den Premierminister von Sri Lanka zu schreiben, um dieser Grausamkeit ein Ende zu setzen:

"Niemand sieht die Tränen in ihren Augen, hervorgerufen durch die hellen Lichter, die ihre Maske zieren. Niemand sieht, dass sie Schwierigkeiten hat zu treten, da ihre Beine gefesselt sind. Wie können wir das einen Segen oder etwas Heiliges nennen, wenn wir anderen Leben Leiden zufügen?"

Elefantendame Tikiri darf endlich in den Ruhestand

Nach dem heftigen Shitstorm kam glücklicherweise eine positive Wendung: Der Chefverwalter des Zahntempels, Pradeep Nilanga Dela, der die Veranstaltung organisiert, sagte Tikiri werde nicht mehr am großen Finale teilnehmen, wie die AFP berichtet.

Nach jahrelanger Arbeit darf Elefantendame Tikiri endlich in ihre wohlverdiente Rente gehen.