Spur führt zur Mafia-Szene

Ermittler heben Drogenring in Thüringen und Berlin aus

© dpa, Arne Dedert

30. Juni 2020 - 13:08 Uhr

Acht Tatverdächtige festgenommen

Schlag gegen einen Drogenring in Weimar (Thüringen) und Berlin: Das Thüringer Landeskriminalamt hat bei einer Razzia mehrere Kilogramm Drogen und Tausende Euro beschlagnahmt. Acht Tatverdächtige wurden festgenommen.

Vier Personen in Untersuchungshaft

Die Ermittler haben nach Angaben der Staatsanwaltschaft Gera einen Drogenring in Weimar und Berlin ausgehoben. Bei acht Verdächtigen klickten schon Mitte Juni die Handschellen, vier von ihnen befinden sich weiter in Untersuchungshaft.

Bei der Razzia wurden demnach 20 Kilogramm Ecstasy, viereinhalb Kilogramm Marihuana und rund 200 Gramm Kokain gefunden. Auch Speichermedien und Tausende Euro in bar wurden von den Fahndern sichergestellt.

Ermittler-Gruppe observierte den Drogenring Tag und Nacht

Nach Recherchen des MDR soll die Spur in die tschetschenische Mafia-Szene führen. Ein 27-Jähriger soll Kopf der Gruppe gewesen sein. Er lebte seit seiner Kindheit mit seiner Familie in Thüringen. Bei den Tatverdächtigen handelt es sich um mehrere Tschetschenen, mehrere Deutsche und einen Aserbaidschaner.

Ende 2019 kamen die Behörden durch einen Tipp auf die Spur des Drogenrings. Im November letzten Jahres gründete das LKA Thüringen dann eine eigene Arbeitsgruppe mit dem Decknamen "Bauhaus". Es wurden Telefone abgehört, Wohnungen und Täter von Observationsteams Tag und Nacht überwacht.

Beamte fanden bereits im Februar 120.000 Euro

Schon im Februar hatte das LKA bei einer Durchsuchung in Weimar zwei Männer festgenommen, die in Verbindung zu den Verdächtigen standen. Dabei wurden 120.000 Euro Bargeld, 20 Kilogramm Marihuana und eine scharfe Maschinenpistole gefunden.

Gegen die gesamte Gruppe laufen nun weitere Ermittlungen, um die Drogenrouten sowie mögliche weitere Hintermänner auszumachen.