Sprit könnte deutlich teurer werden – US-Sanktionen gegen Iran treffen Ölmarkt

15. August 2018 - 20:30 Uhr

Autofahrer müssen sich auf höhere Benzinpreise einstellen

Die Benzinpreise steigen, und schuld ist Donald Trump? Die Erklärung klingt zu billig, um wahr zu sein, ist aber nicht aus der Luft gegriffen. Denn durch die geplanten Sanktionen der USA gegen den Iran könnte Öl deutlich teurer werden – und damit auch der Halt an der Zapfsäule.

Wird weniger Öl gefördert, steigt der Spritpreis

Wer die Preisentwicklung an Tankstellen verfolgt, dem ist es längst aufgefallen: Seit dem Frühjahr haben die Preise ordentlich angezogen; der Liter Benzin kostet laut ADAC satte 17 Cent mehr als noch im März. Und es könnte für die Autofahrer noch dicker kommen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Weil die US-Regierung in drei Monaten die Sanktionen gegen den Iran verschärfen und dessen Ölexporte auf null senken will, droht ein weiterer Preissprung.

Grund ist das marktwirtschaftliche Prinzip von Angebot und Nachfrage: Die Autofahrer möchten genauso viel tanken wie bisher, aber es steht durch den Wegfall des Iran-Öls weniger Sprit zur Verfügung – folglich steigt der Preis. Verhindert werden könnte das nur, wenn große Öl-Länder wie Russland oder Saudi-Arabien den "Mangel" ausgleichen und noch mehr Öl fördern würden. Das aber ist unwahrscheinlich, denn sie produzieren schon jetzt am Limit.

Wie tankt man am günstigsten?

Wer auf dem Smartphone die Benzinpreise vergleicht, kann Geld sparen
Clever tanken: Wer auf dem Smartphone die Benzinpreise vergleicht, kann Geld sparen (Symbolbild).
© dpa, Daniel Reinhardt, dan, jbu

Auf den Spritpreis haben Autofahrer zwar keinen Einfluss, mit ein paar Tricks lässt sich beim Tanken dennoch sparen. Möglich machen das vor allem Preisvergleich-Apps. Angebote wie die von clever-tanken.de, ADAC-Spritpreise oder mehr-tanken.de zeigen fast in Echtzeit an, was Benzin und Diesel an den Zapfsäulen in der Umgebung kosten. Als Faustregel gilt: Wer zu einem "beliebten" Zeitpunkt (etwa während des Berufsverkehrs) tankt, zahlt am meisten; am günstigsten ist das Tanken nach ADAC-Angaben zwischen 15 und 17 Uhr sowie zwischen 19 und 22 Uhr.

Lassen Sie sich nicht verunsichern, wenn die Preise im Tagesverlauf Pingpong spielen: Die neue Spritpreis-Transparenz machen sich auch die Tankstellenbetreiber zunutze und ändern ihre Preise viel öfter als früher, beispielsweise um die Konkurrenz auszustechen.

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Bei Bonus- und Kundenkarten ist Vorsicht geboten

Genau hinschauen müssen Autofahrer, die Kunden-, Rabatt- oder Bonuskarten verwenden. Zwar lässt sich auch damit Geld sparen. Große Ketten wollen so aber vor allem den Absatz der teuren Edelkraftstoffe ankurbeln und Kunden zum Wiederbesuch im eigenen Tankstellennetz animieren. Und damit auch zum Kauf im angeschlossenen Shop, inzwischen die Haupteinnahmequelle der meisten Tankstellen.