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Sportwetten: So schlecht ist der Jugendschutz in Wettbüros und online

Sportwetten: Spielsucht-Gefahr besonders für Jugendliche
Sportwetten: Spielsucht-Gefahr besonders für Jugendliche Jugendschutz bei Wettbüros 03:38

Anbieter sind zum Spieler- und Jugendschutz verpflichtet

Sportwetten, das klingt für viele Sportbegeisterte nach einer ebenso einfachen wie großen Chance, das eigene Sportwissen in bare Münze zu verwandeln. Viele glauben, hier mehr Einfluss auf ihr Glück zu haben als bei Glücksspielen am Spielautomaten. Das Vertrauen in die eigene Kontrolle ist groß und kann dazu führen, genau diese Kontrolle zu verlieren. Doch wie schützen Wettanbieter Spielsüchtige? Und vor allem: Wie schützen sie Jugendliche? Denn zu beidem sind Wettanbieter verpflichtet.

Jugendliche unter 18 Jahren dürfen nicht wetten

"Unsere Sportkenntnisse verleiten zu dem Irrglauben, wir könnten diese Kenntnisse zu Geld machen", erklärt Glücksspielforscher Tobias Hayer. Besonders junge Menschen sind für diesen Irrtum anfällig. Minderjährige sollten daher keine Sportwetten abschließen können. Doch unser Test mit einem 16-jährigen Lockvogel zeigt, dass mangelnder Jugendschutz ein großes Problem ist. Das erschreckende Testergebnis in Wettbüros verschiedener Anbieter sehen Sie im Video oben.

Wettbüros gibt es in vielen Stadtvierteln an jeder Ecke. Doch selbst wenn hier die Ausweise kontrolliert werden, auch online ist Sportwetten denkbar einfach: Zwar müssen Wetter bei der Erstanmeldung ein Alter angeben, die Anbieter verzichten oftmals aber generell darauf, Ausweiskopien zu verlangen. 

Grundsätzliches Problem: keine deutschen Lizenzen

ARCHIV - Eine Hand füllt einen Sportwetten-Tippzettel aus im Stuttgarter Daimler-Stadion. (Illustration zum Thema Sportwetten, Archivfoto vom 25.03.2006). Dem internationalen Fußball droht ein neuer Wettskandal größeren Ausmaßes. Die Staatsanwaltscha
Sportwetten bedeuten besonders für junge Männer die Versuchung, aus Sportwissen Geld machen zu können. © dpa, A2931 Bernd Weißbrod

Staatliche Kontrollen und Strafen für mangelnden Jugendschutz gibt es nicht. Die einheitliche staatliche Regulierung fehlt, weil die Wettanbieter keine deutschen Lizenzen haben. Sie sitzen zum Beispiel auf Malta oder in Gibraltar und haben eine europäische Lizenz. In Deutschland werden Sportwetten damit in einer rechtlichen Grauzone betrieben.

Schutzlos den Sportwetten ausgeliefert, das bedeutet ein hohes Risiko, spielsüchtig zu werden. Spielsucht ist von der WHO offiziell als Krankheit anerkannt. Im Fall von Sportwetten dabei besonders kritisch: Die Gefahr sich, und die eigene Familie, in die Schuldenfalle zu treiben. Im Video beschreibt die Frau eines Betroffenen dieses Horror-Szenario, das für sie und ihre Familie zur bitteren Realität geworden ist.

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