Sportpolitikerin: Offene Fragen nach DFL-Entscheidung

Dagmar Freitag (SPD) spricht im Deutschen Bundestag. Foto: Christophe Gateau/dpa/Archivbild
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24. April 2020 - 9:12 Uhr

Die Sportausschuss-Vorsitzende Dagmar Freitag sieht nach den Plänen der Deutschen Fußball Liga zum Neustart der Bundesliga noch viele offene Fragen. "Wie transparent wird man mit möglichen positiven Testergebnissen umgehen? Akzeptiert die Öffentlichkeit mehrheitlich, dass die Politik eventuell bereit ist, an Profifußballer andere Maßstäbe anzulegen als an uns Normalbürger, die weiterhin mit Kontaktverboten leben müssen?", sagte die SPD-Politikerin der "Rheinischen Post" (Freitag).

Das Konzept der DFL mit den Maßnahmen zur erhofften Durchführung von Geisterspielen sei "im Grundsatz erst mal nicht zu kritisieren", sagte Dagmar Freitag. "Es geht dort um Interessen der dort organisierten Vereine."

Die Vorsitzende des Bundestag-Sportausschusses bezweifelt, dass die breite Öffentlichkeit eine Sonderrolle für den Fußball akzeptieren würde. "Selbst unter den Fangruppen gibt es hierzu ja völlig unterschiedliche Meinungen. Insgesamt dürfte der Eindruck überwiegen, dass es dem Profifußball gelingen kann, Sonderrechte zu beanspruchen", sagte Freitag. "Das macht viele Diskussionen in Sachen Corona nicht leichter."

Ein Starttermin für die unterbrochene Saison in der 1. und 2. Bundesliga war von der DFL am Donnerstag nicht genannt worden. Zuletzt war unter anderem über den 9. Mai als möglichen Termin für einen Neustart mit Geisterspielen diskutiert worden.

Quelle: DPA