Sportliche Lebenshilfe in Bitterfeld: Rentner Peter Junge holt Asylsuchende aus Afrika ins Boot

10. Juli 2015 - 8:01 Uhr

Seine Jungs nennen ihn "Papa"

Fremdenfeindlichkeit in Deutschland – wie oft schon mussten wir über dieses unappetitliche Thema berichten. Jüngste Negativbeispiele waren die Vorkommnisse im sächsischen Freital oder im sachsen-anhaltinischen Tröglitz. Dass es auch anders geht, zeigt Peter Junge aus Bitterfeld, ebenfalls in Sachsen-Anhalt.

Sportliche Lebenshilfe in Bitterfeld: Rentner Peter Junge holt Asylsuchende aus Afrika ins Boot
DIe afrikanischen Asylbewerber beim Training im Drachenboot auf dem Goitzschesee.

Bitterfeld, das war das Zentrum der chemischen Industrie der DDR, ein riesiges Problem nach der Wende, vergiftet und verdreckt durch industrielle Altlasten. Heute ist der Goitzschesee ein beliebtes Erholungsgebiet, im rekordträchtigen Sommer 2015 ein begehrter Badesee. Dort versammelt Peter Junge junge Afrikaner um sich, die in Deutschland Asyl suchen.

Er kümmert sich um sie, trainiert mit ihnen für lokale Sportwettbewerbe. Im Moment steht die Vorbereitung auf ein Drachenboot-Rennen auf dem Programm – Peter Junge holt seine Jungs also buchstäblich ins Boot . Neben sportlichem Training gibt es auch jede Menge praktische Lebenshilfe für die Männer, die überwiegend aus Eritra stammen. Ganz nebenbei auch Sprachunterricht – das Deutsch der Afrikaner wird stetig besser.

Und sie erzählen viel Gutes über den Mann, denn sie liebevoll "Papa" nennen. Nur mit einigen anderen Deutschen gibt es leider Probleme. "Einige tun so, als wäre mit uns etwas nicht in Ordnung, manche rufen uns 'fuck you' hinterher. Ich denke, sie haben was gegen schwarze Leute." Peter Junge weiß, dass sich Vorurteile nur in persönlichen Begegnungen abbauen lassen. Und wie gut Sport dabei helfen kann, denn Sport bringt Aktive unterschiedlichster Herkunft zusammen.