Neue Thriller-Reihe

Spionageroman und Gerichtsdrama: "Die achte Schwester" von Robert Dugoni im Check

Hotel Metropol in Moskau: Ausgangspunkt einer spannenden Verfolgungsjagd
© picture alliance / Marina Lystseva/TASS/dpa

18. Januar 2021 - 11:30 Uhr

Charles Jenkins wird von der Vergangenheit eingeholt

Mit "Die achte Schwester" hat der New-York-Times-Bestseller-Autor Robert Dugoni (Tracy-Crosswhite-Reihe) eine neue Thriller-Reihe begonnen, die sich um den ehemaligen CIA-Agenten Charles Jenkins dreht. Vor langer Zeit hat er nach einer für ihn moralisch nicht tragbaren Mission den Dienst quittiert und sich auf seine Ranch zurückgezogen, auf der er mit seiner jungen Ehefrau und seinem neunjährigen Sohn noch immer lebt. Mittlerweile betreibt er eine Sicherheitsfirma, die allerdings kurz vor der Pleite steht.

Von Tobias Elsaesser

Heikle Mission in Russland

Da steht plötzlich ein alter Kollege vor seiner Tür und bietet dem alten "kalten Krieger" einen Ausweg an, der den 64-Jährigen mitten in den neuen kalten Krieg zwischen den USA und Russland katapultiert. Vor dem Zerfall der UdSSR hatte die CIA sieben junge Frauen in sowjetischen Regierungsstellen unabhängig voneinander rekrutiert, genannt "die sieben Schwestern". Diese sind dem ehemaligen KGB-Agenten und amtierenden russischen Präsidenten Wladimir Putin seit langen ein Dorn im Auge. Mittlerweile sieht er den Zeitpunkt gekommen, diese zu identifizieren und loszuwerden. Die sogenannte achte Schwester soll die Frauen identifizieren und beseitigen, drei sind bereits verschwunden. Von der CIA enttäuscht und fast pleite soll Jenkins sich dem russischen Geheimdienst FSB als Doppelagent anbieten, der die Namen der verbleibenden Schwestern liefern kann. Jenkins' alter Kollege Emerson ist sich sicher: Die "achte Schwester" wird Kontakt zu ihm aufnehmen. Und schon bald überrascht ihn eine Frau in seinem Moskauer Hotelzimmer. Die will allerdings keine Namen von ihm wissen. Viel mehr hält sie ihn für den Verräter und es stellt sich heraus, dass ein Doppelagent in der CIA Jenkins als Sündenbock benutzen will. Der FSB ist Jenkins bereits auf den Fersen und es beginnt eine atemlose Verfolgungsjagd von Moskau über das Schwarze Meer in die Türkei nach Griechenland. Und Jenkins wird auf der Flucht klar: Seine Familie in den USA schwebt vielleicht in noch viel größerer Gefahr als er selbst.

Spionageroman und Gerichtsthriller

So nervenaufreibend und körperlich belastend die Flucht für den nicht mehr allzu jungen Agenten auch ist, die größte Herausforderung erwartet ihn zuhause in einem gnadenlosen Kampf vor Gericht gegen die US-Regierung, die ihn als russischen Spion entlarven will.

Der Roman beginnt mit dem vorsichtigen Abtasten von Jenkins und seinem FSB-Gegenspieler Viktor Federow, nimmt dann aber schnell an Fahrt auf, als die beiden auf einer mehrtägigen Verfolgungsjagd immer wieder versuchen, sich gegenseitig auszutricksen, und hält die Spannung auch während der abschließenden Gerichtsverhandlung aufrecht. Dugoni ist ein echter Pageturner gelungen, eine Mischung aus klassischem Spionageroman und Gerichtsdrama.

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