Spielhallen kritisieren neue Automaten: "Geräte langweilig"

© deutsche presse agentur

8. September 2019 - 9:30 Uhr

Neue Spielautomaten führen in Hessens Spielhallen nach Branchenangabe zu erheblichen Umsatzeinbrüchen. "Wir erwarten, dass es 2019 erhebliche Einbußen im zweistelligen Prozentbereich gibt", sagte Thomas Knollmann, Sprecher der Deutschen Automatenwirtschaft. Auf 450 Millionen Euro schätzte die Branche in Hessen zuletzt ihren Umsatz. Doch gespielt werde durch die neuen Geräte nicht weniger. Die Spieler wanderten stattdessen in das unregulierte illegale Glückspiel oder in Spielbanken ab, um mit höheren Einsatzen zu spielen.

Im November lief eine Übergangsfrist aus, nach der Spielautomaten der neuen Technischen Richtlinie 5.0 entsprechen müssen. Dabei muss der Spieler aktiver sein, der maximale Gewinn und Verlust pro Stunde wurde gesenkt. Die Folge: "Die Geräte sind langweilig geworden, die Leute haben weniger Spaß", sagte Knollmann. Für Spielbanken gilt die Richtlinie nicht.

In Hessen gab es zuletzt 600 Spielhallen-Standorte. Laut dem Hessischen Münzautomaten-Verband (HMV) ist die Zahl weiter rückläufig. Neben Umsatzeinbrüchen durch die neue Richtlinie setzten unklare Zukunftsaussichten der Branche zu: Seit fast einem Jahr warten Städte, Kommune und Spielhallenbetreiber auf einen neuen Kriterienkatalog des Landes, mit dem bei der Schließung von konkurrierenden Spielhallen in weniger als 300 Metern Entfernung rechtssicher entschieden werden kann.

Quelle: DPA