Weihnachts-Ärger in der Bundesliga

Spiele vor Heiligabend: Bundesliga-Teams wettern gegen DFL-Spielansetzungen

Sandro Schwarz hätte lieber am 22. Dezember gespielt
Sandro Schwarz hätte lieber am 22. Dezember gespielt
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21. Dezember 2018 - 16:08 Uhr

Spielansetzung spaltet die Clubs

Es ist ein Novum in der Bundesliga-Geschichte: Erstmals finden am Tag und am Abend vor Heiligabend Saisonspiele statt. Bei einigen Clubs stößt diese Ansetzung auf Widerstand. Hoffenheim-Coach Julian Nagelsmann hingegen versteht die ganze Aufregung nicht.

"Dann werden wir es auch hinkriegen"

Spiele vor Heiligabend: Bundesliga-Teams wettern gegen DFL-Spielansetzungen
Julian Nagelsmann findet es nicht schlimm, am 23. Dezember mit seiner Mannschaft anzutreten
© Bongarts/Getty Images, Bongarts

Der Jung-Trainer der Hoffenheimer ist mit seiner Mannschaft ebenfalls von der Ansetzung am 4. Advent betroffen. Der Bundesligist muss am Sonntag um 18 Uhr gegen den FSV Mainz 05 ran. Doch der 31-Jährige hat damit absolut kein Problem

"Meines Wissens haben die meisten Geschäfte am 24. Dezember bis zwölf oder zwei Uhr offen", hatte Nagelsmann zuletzt schon gesagt. Nun legte er nach: "Ich glaube, so schlecht geht es dem Fußballprofi an sich nicht, der kann auch am 23. mal spielen", sagte Nagelsmann und zog einen Vergleich zu alten Freunden von ihm. Handwerker etwa, würden auch an Heiligabend noch arbeiten: "Die gehen direkt unter den Weihnachtsbaum. Die kriegen es auch hin, also werden wir es auch hinkriegen."

"Warum nicht gleich an Heiligabend?"

Einen weniger entspannten Blick haben die Verantwortlichen des FSV Mainz auf den kommenden Spieltag. "Warum nicht gleich an Heiligabend?" fragte der Club bei Twitter, nachdem klar war, dass Mannschaft und Fans bis spät in die Nacht vor Heiligabend unterwegs sein werden. "Ich hätte gerne am 22. gespielt", sagte Trainer Sandro Schwarz, noch sei aber ohnehin nicht "diese Weihnachtsstimmung da", die Rheinhessen wollen auch für ihre Fans noch einmal "alles investieren".

Für Bruno Labbadia "ist es so, wie es ist". Der Trainer vom VfL Wolfsburg hat "schon vor drei Wochen alles organisiert, um die Abläufe an diesem Sonntag zu optimieren". Nach dem Spiel beim FC Augsburg (15.30 Uhr) bleibe "immer noch genug Zeit für alle, um Weihnachten zu feiern". Die Mannschaft reist nicht mehr geschlossen nach Wolfsburg zurück, der Weihnachtsurlaub beginnt direkt nach dem Spiel.

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In der 2. Liga ist vor allem Union Berlin von der Spielansetzung kurz vorm Fest betroffen. Die Eisernen müssen am Sonntag in Aue (13.30 Uhr) antreten, für 19 Uhr ist aber schon der Beginn für das traditionelle "Weihnachtssingen" im heimischen Stadion angesetzt. Ob es Fans und Mannschaft nach dem Spiel im Erzgebirge pünktlich nach Berlin schaffen, ist fraglich. Dem Antrag für einen alternativen Termin konnte die DFL nach Angaben des Clubs wegen der Komplexität des Spielplan-Terminierung nicht nachkommen.

Anders ist die Lage in anderen Ligen bzw. anderen Ländern. Dort ist es völlig normal, dass kurz vor, nach oder sogar während des Fests gearbeitet wird. So geht der Sportbetrieb am 4. Advent etwa im Basketball, Biathlon, Eishockey, Handball, Tischtennis oder Eiskunstlauf normal weiter – und das ohne große Beschwerden. In England wird sogar an Weihnachten Fußball gespielt, der traditionelle Boxing-Day am 2. Weihnachtstag gehört auf der Insel zum Festtagsprogramm. In der  NBA sind die Basketball-Stars sogar schon am 25. Dezember wieder gefordert. Für den deutschen Nationalspieler Daniel Theis, der dieses Jahr am 1. Weihnachtstag mit den Boston Celtics auf das Parkett läuft, ist es gar "ein Privileg, an Weihnachten zu spielen".